Wächter nimmt die Witterung auf

Bildhauersymposium: Klaus Hack realisiert eine Stele

Offene Ohren: Bildhauer Klaus Hack mit seiner Stele.

Loshausen. Ein großer weißer Ohrenkopf schwebt in vier Meter Höhe über dem Loshäuser Bildhauerplatz und scheint dem Schornstein mit Storchennest in der Nähe Konkurrenz machen zu wollen: Klaus Hack hat auf dem Bildhauersymposium „Einschlag“ in Loshausen erstmals eine sehr große Stele realisiert, die den Betrachter zum Zwerg werden lässt.

Der weißgekalkte Kopf scheint auf einem teleskopartigen Hals drehbar zu sein, so als wolle ein riesiger Wurm oder ein Wächter Witterung aufnehmen. Aber es gibt auch andere Interpretationsvorschläge, wie die einer Loshäuser Grundschul-Lehrerin: Märchen und Mythen haben nicht nur viel mit dem Spiel von Größenverhältnissen, sondern auch viel mit Zuhören zu tun. Die Gebrüder Grimm sind offenen Ohres durch die Lande gezogen, um möglichst viel Stoff für ihre Märchen zu sammeln.

Filigrane Architektur

Der Bildhauer arbeitet selten an einer Skulptur allein. Er wechselt vom energischen Anschnitt mit der Motorsäge plötzlich zu einer zweiten Plastik zum filigranen Ausstechen von hunderten kleiner Fenster, um seine Arbeitsdynamik in Spannung zu halten. Eine einfache Spindelform wandelt sich so zur filigranen Architektur und wird ein Aufstieg in eine fantastische Landschaft, die es schafft, den Betrachter zu verzaubern.

Klaus Hack lebt und arbeitet in Seefeld/Brandenburg. Unter anderem ist er ausgezeichnet mit dem Lothar-Fischer-Preis für Bildhauerei, Friedrich-Baur-Preis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Außerdem erhielt er ein Arbeitsstipendium des Künstlerhaus Arenshoop und einen Lehrauftrag für Bildhauerei an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. (syg)

• Bildhauersymposium Einschlag: bis Sonntag, 19. Mai, täglich ab 15 Uhr für Besucher

Quelle: HNA

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