Bürgermeisterwahl: Schrecksbacher Fraktionen setzen auf Konsens

Schrecksbach. Eindeutig Wechselstimmung - unter diesem Tenor stehen die Bewertungen der Wahl in Schrecksbach. Am Sonntag ging Andreas Schultheis als Sieger aus dem Rennen um das Bürgermeisteramt hervor.

Lesen Sie auch:

Andreas Schultheis ist neuer Bürgermeister von Schrecksbach

Der Parteilose, der von CDU und UWG unterstützt wird, folgt Erich Diehl (SPD), der nach 23 Dienstjahren aus gesundheitlichen Gründen aus dem Amt geschieden war. Schultheis behauptete sich mit 71,1 Prozent der Stimmen gegenüber seinem Mitbewerber Torsten Biesenroth (SPD).

Angesichts der sensationellen Wahlbeteiligung von 84,9 Prozent haben sich die Schrecksbacher mit starker Stimme für eine Luftveränderung in der südlichsten Gemeinde des Schwalm-Eder-Kreises ausgesprochen. Umgekehrt haben sich die Verhältnisse damit für die SPD. Bei der Bürgermeisterwahl vor fünfeinhalb Jahren noch hatte sich Diehl mit annähernd gleicher Prozentzahl wie am Sonntag der parteilose Schultheis gegen seinen Herausforderer Andreas Frisch (UWG) durchgesetzt.

„Schrecksbach war in Wechselstimmung. Dass es allerdings so deutlich ausfallen würde, damit haben wir nicht gerechnet“, erklärte Regine Müller, Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des SPD-Unterkreisverbands. Ein Ergebnis, das der SPD-Gemeindeverband in den nächsten Wochen beleuchten werde, bilanzierte der unterlegene Biesenroth.

Bilder vom Wahltag

Andreas Schultheis ist neuer Bürgermeister von Schrecksbach

Schultheis wird sich im Gemeindeparlament mit einer knappen SPD-Mehrheit von einer Stimme auseinandersetzen müssen. Dabei setzt der Parteilose insbesondere auf seine persönliche Vernetzung in der dörflichen Struktur der Großgemeinde: „Ich pflege Freundschaften innerhalb aller Fraktionen.“

Das bestätigte SPD-Fraktionssprecher Klaus Schier: „Wir wollen nicht gegeneinander, sondern erstmal versuchen, miteinander zu arbeiten.“ Die Zeichen stehen auch bei der CDU auf Konsens. Die Mehrheit der Schrecksbacher wollte einen neutralen Bürgermeister, erklärte CDU-Fraktionschef Lars Diehl, dem werde das Parlament Rechnung tragen müssen.

Das unterstützt Andreas Frisch. Der UWG-Sprecher geht davon aus, dass Schultheis „alle an einen Tisch bringen“ werde. Angesichts des hohen Schuldenstands der Gemeinde müsse allerdings geklärt werden, wo das Geld geblieben ist.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare