Nur wer wählt, entscheidet mit

Premiere für Tobias Stadler aus Gudensberg (links): Er durfte an seinem 18. Geburtstag zum ersten Mal wählen. Rechts Wahlhelfer Marcel Breidenstein Foto: Mangold

Gudensberg. Für Tobias Stadler aus Gudensberg gab es am Sonntag ein besonderes Geburtstagsgeschenk: Er durfte zum ersten Mal wählen gehen, weil er 18 Jahre alt wurde. Als jüngster Wähler der Stadt füllte er seinen Wahlschein aus.

„Ich find’s gut, dass ich mitentscheiden kann“, sagte er. Schon mit 16 Jahren habe er sich mit Politik beschäftigt. Es sei klar für ihn gewesen, dass er zur Wahl gehen werde, sobald er volljährig werde, erzählte er.

Unter seinen Freunden und Bekannten sei diese Einstellung nicht verbreitet, antwortete er auf Nachfrage. Die meisten von ihnen meinten, mit ihrer Stimmabgabe nichts verändern zu können. Er sieht das anders: „Wenn man nichts wählt, ist das genauso schlecht, wie wenn man das Falsche wählt“, sagte er.

Über die Wahlmöglichkeiten hatte er sich aus Flyern und mit Hilfe des Computers im Rathaus informiert, das Panaschieren und Kumulieren erklärte ihm ein Bekannter.

Von seiner Wahl erhofft er sich vor allem den Erhalt der Jugendförderung. Er kennt dieses Thema aus eigener Erfahrung: Bei der orientierenden Berufsvorbereitung in der Jugendwerkstatt Felsberg fand er heraus, welcher Beruf zu ihm passt. Nach dem Hauptschulabschluss habe er zunächst keine Vorstellung gehabt, was er machen wollte. In der Jugendwerkstatt habe er dann verschiedene Handwerksberufe kennengelernt und über sich erfahren, was ihm liegt.

„Die greifen einem unter die Arme, man wird unterstützt“, berichtete er. Solche Angebote und Einrichtungen für Jugendliche seien wichtig, damit aus ihnen etwas werde. Es gebe viele Jugendliche, die auf die schiefe Bahn gerieten, klauten und Drogen nähmen. Diese Probleme könne man vielleicht mit einer geeigneten Förderung in den Griff bekommen.

Für ein weiteres wichtiges politisches Ziel hält er die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Außerdem liege ihm das Thema Schuldenbremse am Herzen: „Wir müssen raus aus den Schulden, weil das auf die nächste Generation geschoben wird.“

Quelle: HNA

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