Nachhaltige Forstwirtschaft: Vor allem junge Buchen werden geerntet

Wälder sind voller Vorräte

Laubwald: Die Buche prägt das Gesicht der nordhessischen Wälder. Die Nachfrage nach ihrem Holz nimmt stetig zu. Foto:  Norbert Müller

Wolfhager Land. Den Anteil der Buche bei der Holzernte zurückzufahren ist aus Sicht von Uwe Zindel, Leiter des Forstamtes Wolfhagen, völlig ausgeschlossen. Für die von den Umweltverbänden aufgemachte Forderung gäbe es gar keine Notwendigkeit. Sie sei unter ökologischen Gesichtspunkten sinnlos, und mit Blick auf die Holzindustrie richte sie sogar volkswirtschaftlichen Schaden an.

Hessenweit sind bereits 13 000 Hektar Wald aus der Nutzung genommen, deutschlandweit handelt es sich um eine Fläche von 250 000 Hektar, auf der sich die Natur frei entfalten kann. Vor allem ehemalige Truppenübungsplätze und Schutzareale bleiben unangetastet.

Schonender Umgang

In den Wäldern, für die das Forstamt Wolfhagen zuständig ist, konzentrierten sich die Waldarbeiter beim Einschlag vor allem auf junges Buchenholz. Mit den alten, dicken Bäumen werde sehr schonend umgegangen.

Die Ernte junger Hölzer hat mehrere Vorteile. Zum einen erhalten die verbliebenen Exemplare mehr Licht. Weil Licht- und Nahrungskonkurrenten ausgeschaltet sind, wachsen diese Bäume schneller. Zudem fördert diese Form der Bewirtschaftung den Artenreichtum und die Naturverjüngung.

Das Forstamt orientiert sich bei der Bewirtschaftung der Flächen an Zehn-Jahres-Plänen. In ihnen sind die Einschlagsmengen festgelegt. Es stehe weder zu befürchten, dass künftig mehr Buchen gefällt werden, noch werde ihr Anteil zurückgefahren.

Alarmglocken

Die gestiegene weltweite Nachfrage nach Holz hat bei den Umweltverbänden die Alarmglocken schrillen lassen. Dennoch sei ihre Sorge unbegründet. Uwe Zindel: „Die Wälder sind so vorratsreich wie schon seit Langem nicht mehr.“ Asien, Südamerika und Afrika seien die Regionen, in denen Raubbau an der Natur und in den Wäldern Kahlschlag betrieben werde.

Dort müssten die Bestände geschützt werden; ein Einschlagstopp in Hessens Buchenwäldern, ist Zindel überzeugt, würde gar nichts bringen.

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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