Hessen Forst will bundesweites Projekt starten

Einzigartiges Projekt: Wälder sollen der Erwärmung trotzen

Wolfhagen. Das Projekt, an dem das Forstamt Wolfhagen derzeit mit Partnern arbeitet, ist bundesweit einzigartig. Gemeinsam mit den Städten Wolfhagen, Naumburg, Zierenberg und der Gemeinde Calden sollen die Kommunalwälder so verändert werden, dass sie anstehenden klimatischen Veränderungen trotzen werden.

Im Januar will Hessen Forst beim Bundesumweltministerium einen Förderantrag stellen. Das kündigte Forstamtsleiter Uwe Zindel an.

Kern des Vorhabens ist es, die wissenschaftlichen Erkenntnisse in die Praxis zu übertragen und kommunale Modellwälder zu gestalten. Ein hoher Stellenwert kommt der Kommunikation zwischen den Partnern zu, die den Wald für sich nutzen. So unterscheiden sich die Ziele des Forstamtes, von denen der Kommunen und jenen der Jäger. Ziel sei es, diese Konflikte zu berücksichtigen und Lösungen zu finden. „Wir wollen einen robusten Wald, der alle Funktionen erfüllt“, so Zindel.

Seit dem Jahr 2003 prägten Niederschlagsdefizite die Frühjahre und Sommer in der Region. Berechnungen zufolge werde die Jahresdurchschnittstemperatur in Hessen bis zum Jahr 2100 um knapp vier Grad steigen. Das hat Konsequenzen für die Vegetation. „Wir brauchen eine stärkere Durchmischung“, sagt Zindel. Laubhölzer wie Bergahorn, Eiche und Esche sollen vermehrt angebaut werden. Im Kommen ist auch die Douglasie; die Fichte dagegen ist eine Verliererin der Klimaerwärmung.

Ein besonderer Fokus bei dem Vorhaben soll auf dem Wildtiermanagement liegen. Fehlen dem Wild Äsungsflächen, macht es sich über angepflanzte, junge Bäume her und schält die Rinde. Genau das soll im Zuge des Projektes verhindert werden. So will das Forstamt mit der Jägerschaft über Ruhezonen für das Wild verhandeln - also über Inseln in der 4500 Hektar großen Fläche, die nicht bejagt werden.

Quelle: HNA

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