Rätsel um geheimnisvollen Behälter gelöst - Neues Exponat stammt aus 1871

Es war die Wärmflasche

Erinnerung an den 13. August 1871: An diesem Tag kehrten die Wolfhager Soldaten aus dem deutsch-französischen Krieg zurück. Das Papier in schlichtem Rahmen ist als Exponat des Monats August in der Vitrine im Eingangsbereich des Regionalmuseums ausgestellt. Fotos: nh

Wolfhagen. Nein, es handelt sich nicht um ein Behältnis, in dem Außerirdische bei ihrem Wolfhagen-Besuch eine unsichtbare Botschaft hinterlassen haben. Und es war auch kein - etwas zu groß geratener - Flachmann mit wärmend Hochprozentigem für eisige nordhessische Tage. Doch für Wärme sorgte einst das geheimnisvolle Exponat des Monats Juli, für das das Regionalmuseum Wolfhagen Herkunft und Bedeutung wissen wollte: Es handelte sich definitiv um eine Wärmflasche.

Vermutet hatten dies viele Menschen, die sich nach dem Aufruf in unserer Zeitung beim Museum meldeten oder ihren Tipp als Kommentar im Internet bei HNA online schrieben. „Mit so großer Resonanz auf unsere Frage nach der Herkunft hatten wir nicht gerechnet“, so Dr. Jürgen Römer, Leiter des Regionalmuseums Wolfhager Land. Man habe das geheimnisvolle Behältnis, das beim Aufräumen im Pfarrhaus an der Burgstraße gefunden worden war, als Exponat des Monats ausgewählt, weil „wir tatsächlich nicht wussten, was es sein könnte“. Endgültige Aufklärung kam schließlich von einer Wolfhagerin. Sie erinnert sich, dass ihr Großvater diese Wärmflasche vor dem Zweiten Weltkrieg selbst hergestellt hatte.

Die Herkunft des Exponats des Monats August, ein kleines Papierstück in schwarzem ovalen Rahmen, birgt kein Geheimnis, sondern ist klar geschichtlich einzuordnen. Das Objekt erinnert an ein Ereignis vor genau 140 Jahren, als nämlich die Rückkehr der Wolfhager Soldaten am 13. August 1871 aus dem deutsch-französischen Krieg gefeiert wurde.

Dieser Krieg, der vom Juli 1870 bis zum Mai 1871 dauerte und über 180 000 Todesopfer forderte, prägte das Verhältnis zwischen den beiden großen mitteleuropäischen Nationen für Generationen.

Diese vermeintliche Erbfeindschaft, so der Musuemsleiter, spielte sowohl bei der Entstehung des Ersten als auch des Zweiten Weltkriegs noch eine große Rolle, um die Kriegsbereitschaft der Menschen anzustacheln.

Noch vor dem endgültigen Sieg Preußens und seiner Verbündeten entstand das Deutsche Reich mit der Proklamation des Preußenkönigs zum Deutschen Kaiser Wilhelm I. in Versailles am 18. Januar 1871.

Das kleine, schlicht gerahmte Papierstück erinnerte in einem Wolfhager Haus an diesen europäischen Krieg. Dr. Jürgen Römer: „Dieser Krieg erscheint uns heute, dank der Einigung Europas und einem anderen Blick auf Begriffe wie „Staat“ und „Nation“, wie aus einer fernen Welt.“ Kontakt/Informationen: Regionalmuseum Wolfhager Land, Ritterstraße 1, Wolfhagen, Tel. 05692 / 99 24 31, Internet: www.regionamuseum-wolfhager-land.de

Von Cornelia Lehmann

Quelle: HNA

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