Waffenbesitzern im Schwalm-Eder-Kreis drohen verschärfte Kontrollen

Schwalm-Eder. Nur knapp 1500 der 5000 Waffenbesitzer im Schwalm-Eder-Kreis haben bisher nachgewiesen, dass sie ihre Waffen ordnungsgemäß aufbewahren. Hintergrund ist das Waffengesetz, das im Jahr 2009 nach dem Amoklauf in einer Schule in Winnenden verschärft worden war.

Jochen Dörrbecker, Fachbereichsleiter für Öffentliche Sicherheit beim Schwalm-Eder-Kreis, teilte auf Anfrage mit, dass damit zu rechnen sei, dass die Kontrollen nun ausgeweitet würden.

Wer der Behörde nicht beweist, dass er einen sicheren Schrank hat, muss mit einer Überprüfung rechnen, die Gebühren kostet. Der Behörde ist es per Gesetz erlaubt, dazu die Wohungen der Betroffenen zu betreten.

Der Nachweis über den sicheren Waffenschrank könne beispielsweise über ein Foto erbracht werden, sagte Dörr-becker. Das Hauptkriterium für die Aufbewahrung sei die Diebstahlsicherheit, sagte der Fachbereichsleiter.

500 Waffen zerstört

Wer keinen Waffenschrank anschaffen möchte, kann seine Pistole oder sein Gewehr auch zur Vernichtung bei der Waffenbehörde, also in der Kreisverwaltung, abgeben. Mehr als 500 Schusswaffen seien so bereits zerstört worden, erklärte Dörrbecker.

In fünf Fällen wollten die Waffenbesitzer weder einen sicheren Schrank anschaffen noch ihre Waffe abgeben. Diesen Menschen wurde die Waffenbesitzkarte entzogen, in drei Fällen sei sogar Strafanzeige erstattet worden.

In den Bestimmungen ist genau geregelt, welche Arten und Mengen von Waffen wie aufbewahrt werden dürfen. Für die Schränke gibt es DIN-Normen und Widerstandsgrade. Für bis zu zehn Kurzwaffen, zum Beispiel Pistolen, reicht der Widerstandsgrad 0. Für einen Kurzwaffentresor dieser Güte muss man in der Regel mit Kosten von 500 Euro und mehr rechnen.

Quelle: HNA

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