Einen literarischen Abend zum Leben und Wirken der Brüder Grimm gab es in der Kunsthalle

Wage es doch, den Frosch zu küssen

Führten durch den Abend: Rechts Irmhild Georg und links „Der Froschkönig“ Doris Priefert Trost vor Bildern Ludwig Emil Grimms. Foto: Knauff

Willingshausen. „Jedem Märchen wohnt ein Zauber inne.“ Mit Diesen Worten eröffnete Irmhild Georg frei nach Hermann Hesse einen Abend, der ganz den Brüdern Grimm gewidmet war. Die Reihen in der Kunsthalle Willingshausen waren gut gefüllt.

Wie und wo lebten Jacob und Wilhelm Grimm? Wie waren sie aufgewachsen? Welche Berufe haben sie ausgeübt? All diese Fragen sollten beantwortet werden.

„In alten Zeiten, als das Wünschen noch geholfen hat, lebte einmal ein König, der hatte wunderschöne Töchter.“ Mit diesem ersten Satz des Märchens über den Froschkönig begann die Reise in die Welt der berühmten Brüder. Sie hatten es 1812 an den Anfang ihrer Sammlung der Kinder- und Hausmärchen gestellt, da man es für besonders alt hielt.

Die vorgetragenen Märchen wurden untermalt durch Bilder der einzelnen Szenen. Auch ein kleines Theaterstück hatten die Referentinnen vorbereitet. Der Froschkönig, gespielt von Doris Priefert Trost, kam in eine Talkshow und erzählte über sein früheres Leben und seine Beziehung zur Prinzessin: „Ich hoffte, dass ich nach dem nicht ganz so perfekten Dinner eine perfekte Nacht haben würde, und so kam es dann auch.“ Das Publikum hatte viel zu lachen und applaudierte am Ende begeistert.

Irmhild Georg wusste neben den Märchen auch viel Biografisches über Jacob und Wilhelm Grimm zu berichten. Der Vater Philipp-Wilhelm Grimm war Amtmann in Steinau gewesen und verstarb früh. Es brach eine schwierige Zeit an für Jacob, Wilhelm und ihre drei Geschwister. Die Mutter Dorothea war nicht im Stande die Familie zu ernähren. Hilfe kam von der Tante, die Kammerfrau am Hofe des Landgrafen war.

Die beiden Brüder Jacob und Wilhelm wurden auf das Friedrichsgymnasium nach Kassel geschickt und studierten anschließend Rechtswissenschaften in Marburg. Wilhelm legte das Staatsexamen ab und beendete sein Jurastudium. Jacob versuchte hingegen in Kassel eine Anstellung als Hofbibliothekar zu bekommen, scheiterte aber. Dafür wurde er einige Zeit später, während der französischen Besatzung, Privatbibliothekar Jérôme Bonapartes. Von diesem wurde er später auch in den Westphälischen Staatsrat berufen. Ab da brachen für die Familie Grimm vor allem finanziell bessere Zeiten an. Nun war es ihnen möglich, erste Bücher zu veröffentlichen, darunter 1812 die erste Ausgabe der Kinder- und Hausmärchen. Die Fassung, die wir heute kennen ist gekürzt und bearbeitet durch Wilhelm Grimm, 1815 veröffentlicht und auch erstmalig ins Englische übersetzt.

Von Kristian Knauff

Quelle: HNA

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