Wahlkreis 170 Schwalm-Eder/Frankenberg: Vier kommen wohl in den Bundestag

Ein Rennen, das einen klaren Sieger hat: Bei der Bundestagswahl im Wahlkreis 170 Schwalm-Eder/Frankenberg lag bei der Direktwahl Dr. Edgar Franke (SPD, 2. von links) am Ende deutlich vor seinem Dauerkonkurrenten Bernd Siebert (CDU, links). Klarer Dritter wurde Albrecht Glaser von der AfD (3. von links), es folgten mit ganz ähnlichen Ergebnissen Elias Knell (FDP), Dr. Bettina Hoffmann (Grüne), Heidemarie Scheuch-Paschkewitz (Linke) und Matthias Köhler (FWG). Fotokollage: Lange-Michael

Schwalm-Eder. Herbe Verluste für CDU und SPD, die AfD mit deutlich über zehn Prozent klar drittstärkste Kraft: Das Wahlergebnis im Wahlkreis 170  entspricht im Trend weitgehend dem im Bundesgebiet.

Allerdings bleibt Schwalm-Eder/Frankenberg weiterhin eine Hochburg der Sozialdemokraten: Dr. Edgar Franke (57) aus Gudensberg hat sein Direktmandat ganz klar verteidigt, trotz Verlusten von rund vier Prozent. Der Vorsprung bei den Erststimmen lag bei über neun Prozent.

Enger ist es bei den Zweitstimmen: Da bleibt Frankes stärkster Kontrahent von den Christdemokraten, Bernd Siebert (67, Gudensberg), deutlich unter dem Ergebnis von 2013. Er muss einen Verlust von über neun Prozent bei den Erststimmen verkraften.

Ob Bernd Siebert über die Landesliste ein Mandat erringen kann, blieb lange ungewiss angesichts des insgesamt schlechten Abschneidens der CDU. Ob er als einziger Bewerber über die hessische CDU-Landesliste erneut in den Bundestag einziehen könnte, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

Gleich zwei Niedensteiner werden wohl in der nächsten Legislaturperiode im Deutschen Bundestag sitzen und den Wahlkreis vertreten: Albrecht Glaser (75), schaffte 12 Prozent als Direktkandidat, die AfD sogar noch etwas mehr bei den Zweitstimmen. Als Nummer fünf auf der AfD-Landesliste Hessen, die neun Abgeordnete nach Berlin senden kann, ist Glaser damit sicher im neuen Bundestag.

Auch Dr. Bettina Hoffmann (57, Grüne), Diplom-Biologin aus Niedenstein, wird wohl ins neue Parlament einziehen. Sie hat Platz fünf auf der Landesliste, sechs Grüne kann der hessische Landesverband höchstwahrscheinlich in das kommende Bundesparlament schicken.

Neben der AfD, die ihr Ergebnis von 2013 mehr als verdoppelte, gehören die Liberalen zu den Gewinnern der Wahl. Auch im Wahlkreis legen die FDP und ihr Kandidat Elias Knell (28, Frankenberg) im Vergleich zur Wahl 2013 deutlich zu. Trotzdem zieht Knell nicht in den Bundestag ein. Das war mit Listenplatz 22 von 22 auch nicht zu erwarten. Traditionell ist die Partei im ländlichen orientierten Wahlkreis nicht ganz so stark wie im Bundesdurchschnitt, auch diesmal bestätigt sich dieser Trend.

Auch der Kandidat der Freien Wähler zieht nicht in den Bundestag ein. Die Partei und ihr Kandidat Matthias Köhler (36, Gilsa) legen im Vergleich zur letzten Wahl aber relativ klar zu. Die Partei bleibt jedoch weiter deutlich und erwartungsgemäß unter der Fünf-Prozent-Hürde.

Quelle: HNA

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