Wildschweine suchen im Winter am Straßenrand nach Nahrung

Fuß vom Gas im Wald

Zu spät gesehen: Diesem Reh konnte ein Autofahrer im Wolfhager Land nicht mehr rechtzeitig ausweichen. Archivfoto: Müller

Wolfhager Land. Rehe und Wildschweine kennen keine Verkehrsregeln. Daher rät die Deutsche Verkehrswacht allen Autofahrern, im Herbst wieder verstärkt auf Wildtiere zu achten.

Diese könnten unvermittelt die Fahrbahn queren, heißt es in einer Pressemitteilung. Sie täten dies mit Vorliebe an bewaldeten, schlecht einsehbaren Stellen. „Wer in der Dunkelheit unterwegs ist, sollte an gefährdeten Stellen mit seinem Blick nicht nur dem Lichtkegel des Scheinwerfers folgen, sondern zudem den Straßenrand im Auge behalten und das Tempo drosseln“, schreibt die Verkehrswacht.

Forstamt beugt Unfällen vor

„Wir treffen natürlich Maßnahmen, um Wildunfällen vorzubeugen“, sagt Uwe Zindel, Leiter des Forstamtes in Wolfhagen. „Um die Tiere davon abzuhalten, auf die Straßen zu laufen, befestigen wir blaue Reflektoren an den Begrenzungspfosten neben der Fahrbahn. Das ist der neueste Stand der Technik. In den vergangenen beiden Jahren haben wir in einer gemeinsamen Aktion mit dem Kreisjagdverein rote Dreiecke an den Stellen aufgestellt, an denen es zu Wildunfällen gekommen ist.“

An gefährdeten Stellen seien außerdem die entsprechenden Verkehrszeichen aufgestellt. „Im Wald muss man generell mit Wildwechsel rechnen“, so der Forstamtsleiter.

Wildwechsel das ganze Jahr

Das ganze Jahr über sei mit Wildwechsel zu rechnen, erklärt Zindel weiter. „Rehwild ist beispielsweise im Mai viel unterwegs, weil die Tiere im Frühjahr ihr Revier markieren. Von Mitte Juli bis Mitte August haben die Rehe Brunftzeit und sind auch sehr aktiv.“ Im Winter sei das Schwarzwild sehr mobil. „Die Wildschweine fressen im Sommer und im Frühherbst viel Getreide. Dafür brauchen sie im Winter viel tierisches Eiweiß. Deshalb durchwühlen sie die Banketten am Straßenrand nach Engerlingen und ähnlichem“, so Zindel.

Im Altkreis Wolfhagen gebe es zwischen 20 und 40 Wildunfälle im Jahr, sagt der Forstamtsleiter abschließend.

Von Patrick Kessler

Quelle: HNA

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