Im Spangenberger Stadtforst gibt es einen neuen Lehrpfad und Lernort am Eichelgarten

Den Wald hautnah erleben

Neuer Baumartenpfad im Spangenberger Stadtwald: von links Wilfried Brietzke von der Burgsitzschule, Susanne Hesse, Christian-Peter Foet und Richard Heß von Hessen-Fort sowie Bürgermeister Peter Tigges an einer Station zu den verschiedenen Holzarten. Foto: Grugel

Spangenberg. Das Forstamt Melsungen und die Stadt Spangenberg haben einen Baumartenpfad eingerichtet. Der Lernort im Spangenberger Stadtwald ist allgemein zugänglich und bietet Jugendlichen Lernstationen zu etlichen Waldthemen.

4000 Euro hat Spangenberg investiert. Die Stadt knüpfte dabei an einen bestehenden Waldlehrpfad an und entwickelte ihn weiter. Entstanden ist ein 1,6 Kilometer langer Rundweg am Eichelgarten. Startpunkt ist am Ende vom Spangenberger Scheideweg.

Dort startet seit Jahren ein Waldlehrpfad mit Schautafeln. Auch ein beliebter Wanderweg zu den Liebenbachquellen, einigen Ars-Natura-Kunstwerken und zur Vockeröder Heide hat am Scheideweg sein Eingangstor, erklärte Bürgermeister Peter Tigges bei der Vorstellung des Pfades.

Handbuch zum Pfad

Wanderer werden den neuen Baumartenpfad auch künftig kaum bemerken. Denn auf die Lernstationen weisen lediglich Nummernschilder hin. Hinter einem verbirgt sich beispielsweise ein Planspiel zum Thema „Holz kommt aus dem Wald“. Die Regeln dafür sind in einem Handbuch mit Arbeitsanleitungen hinterlegt. Auf einem Arbeitsblatt geht es darin beispielsweise um Holzpreise.

Das Handbuch bietet Lehrern und Erziehern jede Menge Material an die Hand. So können sich Pädagogen recht schnell auf Unterricht auf dem Baumartenpfad einstellen und Schülern an zurzeit acht Stationen den Lebensraum Wald näher bringen. Themen sind beispielsweise die Holzwirtschaft, Tiere im Wald, Funktionen des Bodens, die Orientierung im Wald und die Naturverjüngung mit dem Anpflanzen neuer Bäume, erklärte Waldpädagogin Susanne Hesse von Hessen-Forst.

Wer sich durch alle Stationen arbeitet, braucht dazu weit mehr als einen Tag. Praktisch kann der Lernort immer wieder aufgesucht werden. Dabei bietet der jahrhundertealte Wald selbst entlang des Pfades jede Menge Anschauungsmaterial. Mehr als 20 verschiedene Baumarten bietet der Bestand. 17 von ihnen sind beschildert. Neue Schautafeln greifen weitere Themen auf. Es geht um die Wildkatze, den Luchs, Spechte in ihrem Lebensraum und einen Blick in den Waldboden.

Testlauf mit 80 Schülern

Der Pfad ist ab sofort freigegeben. Etwa 80 Schüler haben ihn laut Hessen-Forst bereits getestet. Weiterentwickelt werden soll der Baumartenpfad mit dem Forstamt Melsungen und der Burgsitzschule Spangenberg. Die hatte mit ihrem Wunsch nach einem Lernort Wald die Anlage des Pfades initiiert. Burgsitzschüler erreichen den Lernort zu Fuß, erklärte Biologielehrer Wilfried Brietzke.

Von Lorenz Grugel

Quelle: HNA

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