Im Wald wächst das erste Riesen-Windrad

80 Tonnen: So viel wiegt der 3,80 Meter hohe Betonring. 20 davon werden übereinander gestellt. An einem 65 Tonnen schweren Verbindungsstück werden dann noch zwei Stahlrohre befestigt. Mit Rotoren ergibt sich eine Höhe von 199 Metern.

Präzisionsarbeit im Markwald Beuerholz bei eisigen Temperaturen: Für den künftigen Windpark Felsberg wird jetzt der Betonturm des Bürgerwindrades montiert.

Im Dezember war aus 650 Kubikmetern Beton das Fundament gegossen worden - HNA berichtete. Jetzt werden 20 Betonringe übereinandergesetzt. Jeder ist 3,80 Meter hoch und wiegt 80 Tonnen. Jeder Ring besteht aus zwei Schalen. Die sind am Stammsitz des Baukonzerns Max Bögl in Neumarkt in der Oberpfalz hergestellt und mit Spezialtiefladern in den Markwald gebracht worden. Auf der Baustelle werden die Schalen zu einem Ring mit Spezialmörtel „zusammengeklebt“.

„Das ist Millimeterarbeit im wahrsten Sinne des Wortes“, sagen übereinstimmend Polier Enrico Lüthge und Kranführer Peter Severin zu den Montagearbeiten. Der dirigiert den Kran, der 750 Tonnen heben kann, als sei es ein Kinderspiel. Doch das Bögl-Team mit der Nummer 16 mit acht Mann leistet bei Eiseskälte eine Arbeit, bei der alles bis ins letzte Detail stimmen muss und nichts schief gehen darf. Die behelmten Männer verstehen ihr Handwerk, sind sie doch Spezialisten auf diesem Gebiet und bundesweit im Einsatz.

„Bis acht Grad minus können wir durcharbeiten“, sagt der Polier. Und: „Die Kälte macht uns nichts aus. Wir bewegen uns, und dabei bleiben wir warm, auch weil wir unser Produkt lieben und davon überzeugt sind.“

„Der Baufortschritt ist optimal“, freut sich Helmut Göbel aus Beuern. Der Landwirtschaftsmeister ist Geschäftsführer der neu gegründeten Gesellschaft Bürgerwind Felsberg GmbH & Co. KG. Sie wird dieses Windrad betreiben - HNA berichtete.

Andere fünf folgen

Nach Angaben des federführenden Generalunternehmers Vortex Energy Holding AG in Kassel wird die erste Windenergieanlage im April Strom einspeisen, im Mai folgen die anderen fünf. Das Umspannwerk - Einspeisepunkt des Stroms ins Netz - ist gegenüber der Kuhmannsheide bereits im Bau.

Das erste Windrad ist das größte aller sechs. Es wird 134 Meter hoch, weil es in einer Senke steht. Die restlichen fünf Windkraftanlagen haben eine Nabenhöhe von 114 Metern.

Mit den Rotoren ergibt sich eine Gesamthöhe von 199 beziehungsweise 179 Metern. Auf den Betonturm des Windrades Nummer 1 werden noch zwei Stahlrohre gesetzt, an dem dann der Rotor befestigt wird. Alle anderen fünf Anlagen bestehen nur aus Stahlrohren, alle werden gemeinsam montiert.

Sie sollen bis Ende März stehen, kündigte Diplom-Ingenieur Michael Szczepaniak im HNA-Gespräch an. Er ist der Gesamt-Bauleiter des Generalunternehmers. Inzwischen haben auch die Ausschachtungsarbeiten für das Windrad Nummer 2 begonnen. Nach und nach werden die Fundamente von der Bauunion Weimar betoniert.

Quelle: HNA

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