Volle Kasse durch Stürme

Traditioneller Waldbegang: Förster erklärt den Effekt von Orkan Friederike

+
Wandernd etwas über den Wald erfahren: Beim traditionellen Waldbegang lernten die Teilnehmer etwas über den Holzverkauf, Hochwasserschutz und die Weidelsburg. 

Ippinghausen. Die verheerenden Stürme der vergangenen Jahre sorgten bundesweit für Millionenschäden. Für die Wolfhager Stadtkasse hatten sie aber auch einen positiven Effekt.

„Durch den vermehrten Holzeinschlag und Holzverkauf erwirtschaftete die Stadt Wolfhagen im Jahr 2017 insgesamt 235.000 Euro. Normalerweise beträgt die fortswirtschaftliche Jahreseinnahme rund 120.000 Euro“, sagte Revierförster Friedrich Vollbracht beim traditionellen Waldbegang der Stadt am Dienstag nach Pfingsten. Pro Festmeter muss die Stadt an Hessen Forst, die die Nutzung und Entwicklung der fast 1800 Hektar großen städtischen Waldfläche betreut und auch den Holzverkauf abwickelt, drei Euro entrichten. Letzteres wird es in Zukunft nicht mehr geben, denn dann müssen die Kommunen selbst als Verkäufer aktiv werden.

Auch in diesem Jahr werden die forstlichen Einnahmen für die Stadt vermutlich über dem Durchschnitt liegen. Denn die Waldbegangsteilnehmer erfuhren von Friedrich Vollbracht, dass der im Januar wütende Orkan Friederike erneut enorme Waldschäden verursacht hat. Vollbracht berichtete: „Haben wir im Wolfhager Stadtwald jedes Jahr einen Holzeinschlag von rund 11.000 Festmetern, so hat allein Friederike für fast die doppelte Menge gesorgt, nämlich etwa 20.000 Festmeter.“

Waldbegang der Stadt Wolfhagen: Revierförster Friedrich Vollbracht informiert über den Zustand und den Nutzen des Stadtwaldes.

Ein weiteres Schwerpunktthema des Waldbegangs waren die Hochwasserschutzmaßnahmen am Elbebach in der Ippinghäuser Gemarkung „Langes Rod.“ Christoph Wegener, Mitarbeiter des Kasseler Unternehmens „Agc Wasser GmbH“, stellte den Wanderern das Projekt vor. So wurden drei Schutzdämme errichtet – in Kombination mit Wasserrahmenrichtlinien und Renaturierung wurden etwa 700.000 Euro ausgegeben. Davon, so Bürgermeister Reinhard Schaake, werden je nach Objekt zwischen 70 und 90 Prozent gefördert.

Letzte Station des Waldbegangs war die Weidelsburg. Die Burgruine ist außerschulischer Lernort, beliebtes Wanderziel und markantes Wahrzeichen der Stadt und des Wolfhager Landes. Für Restaurierung und Sicherung hat Hessen Forst als Burgherr rund zwei Millionen Euro investiert, sagt Fördervereinsvorsitzender Heinrich Bachmann. Hinzu kommen noch 210.000 Euro durch den Förderverein zur Erhaltung der Weidelsburg.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare