Neue Strukturen bei Hessenforst

Waldbesitzer im Kreis müssen Holz selbst vermarkten

Schwalm-Eder. Die privaten und kommunalen Waldbesitzer im Landkreis müssen sich neu organisieren. Bislang wurde die Holzvermarktung größtenteils von Hessenforst erledigt.

Aus kartellrechtlichen Gründen wird dies in Zukunft nicht mehr möglich sein. Das erläuterten Frank Wiegand, Vorsitzender der Landesgruppe Gemeinschaftswald, und Karl Weiß von der Forstbetriebsgemeinschaft Homberg.

Kürzlich diskutierten die nordhessischen Forstbetriebsgemeinschaften (FBG) über die Veränderungen, Karl Weiß (Wernswig) war der Organisator des Treffens mit mehreren Referenten, darunter auch ein Vertreter des Landesministeriums für Umwelt, Klimaschutz und Verbraucherschutz.

Von der anstehenden Neuorganisation sind als erstes Waldeigentümer mit mehr als 100 Hektar Fläche betroffen. Weiß erklärte, dass diese Grenze wohl aber nicht zu halten sein werde. Wahrscheinlich ist, dass mittelfristig alle Privatwaldbesitzer mit mehr als fünf Hektar Wald ihre Holzvermarktung und alle vorgelagerten, bislang durch die Landesbehörde Hessenforst erledigten Dienstleistungen selbst zu organisieren haben.

Man habe in der Vergangenheit mit Hessenforst immer gut zusammengearbeitet, bedauert Karl Weiß: „Es war einfach für die Waldbesitzer.“

Der Hessische Waldbesitzerverband empfiehlt, dass sich mehrere Forstbetriebsgemeinschaften zu einer Dachorganisation zusammenschließen und forstwirtschaftliche Vereinigungen bilden.

Um professionelle Strukturen zu schaffen, sei die Zusammenarbeit aller privaten und kommunalen Waldbesitzer unbedingt erforderlich, betont der Vorsitzende der Landesgruppe Gemeinschaftswald, Frank Wiegand: „Ein forstwirtschaftlicher Zusammenschluss rechnet sich erst ab 110.000 Festmetern eingeschlagenem Stammholz.“

Weite Teile bei Hessenforst

Der Landesbetrieb Hessenforst betreut bisher insgesamt fast 80 Prozent der hessischen Wälder – neben dem Staatsforst auch Kommunalwald sowie Waldstücke, die in privatem Eigentum sind. 

Der Wald in privater Hand wird zu über 30 Prozent von Hessenforst betreut, die Kommunen überlassen dies in ihren Wäldern sogar zum Großteil dem Landesbetrieb (86 Prozent). 

Die kartellrechtlichen Bedenken gingen zuerst von Baden-Württemberg aus, dort wurde vor zwei Jahren die über den Landesbetrieb organisierte Holzvermarktung untersagt.

Auf fast 900 000 Hektar wächst im Bundesland Hessen Wald.

Quelle: HNA

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