Premiere am 24. Juni

Waldbühne Niederelsungen: Freiwillige Helfer bauen Kulisse für Luther-Aufführung 

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Sie zimmern die Türflügel für das Kloster: Wolfgang Kümpel (links) und Manfred Josef Arndt.

Niederelsungen. „Wir haben schon ordentlich Druck. Das ist ein sehr aufwendiges Bühnenbild. Wahrscheinlich das aufwendigste, das wir je gebaut haben“, sagt Wolfgang Kümpel. Der 70-Jährige ist einer der zehn Bühnenbauer, die an der Waldbühne in Niederelsungen tüfteln, hämmern und schrauben.

Niederelsungen. „Wir haben schon ordentlich Druck. Das ist ein sehr aufwendiges Bühnenbild“, sagt Wolfgang Kümpel. Der 70-Jährige ist einer der zehn Bühnenbauer, die an der Waldbühne in Niederelsungen tüfteln, hämmern und schrauben. Bis zur ersten Aufführung der Laiendarsteller am 24. Juni – in diesem Jahr steht Luther auf dem Programm – ist noch einiges zu tun. „Wir kriegen das aber auf alle Fälle hin. Im Notfall legen wir Nachtschichten ein“, sagt Kümpel und lacht. Das werde aber wohl nicht notwendig sein.

Klöster und Wartburg

In ihrem Stück erzählen die Darsteller eines der größten Laientheater-Ensembles Deutschlands die Geschichte des Reformators Martin Luther. Und an der Erzählung dieser Geschichte sind auch die Bühnenbauer wesentlich beteiligt: Sie zimmern unter anderem die Klöster Erfurt und Nimbschen, die Papst-Residenz und Luthers Stube auf der Wartburg auf die Bühne im Wald.

Ein Klostergang sieht so täuschend echt aus, dass man auf den ersten Blick denken könnte, dass hier bald wirklich Mönche einziehen. An einer anderen Stelle sind bislang nur Holzplatten zu sehen. Wer nicht eingeweiht ist, kann nur raten, ob hier die Residenz von Kurfürst Friedrich oder das Gebäude des Wormser Reichstages entsteht.

Viel Bewegung auf der Bühne

Holger Elsner leitet den Aufbau und ist auch im Regieteam mit dabei. Er weiß alles über das Bühnenbild – möchte aber so wenig wie möglich verraten. „Wir werden die ein oder andere Überraschung für unsere Zuschauer parat haben, so viel kann ich versprechen.“ In diesem Jahr wird es auf der Bühne besonders viel Bewegung geben: Viele der Türen, Klappen und Luken sind mit Scharnieren ausgestattet und lassen sich öffnen.

Das bedeutet jede Menge Feinarbeit für die Bühnenbauer, und die erfordert Zeit und viele Helfer. Am meisten Betrieb ist an der Waldbühne samstags. „Da sind wir hier rund 25 Leute. Mittwochs kommen immer ungefähr zehn“, berichtet Elsner. Damit auch wirklich alles rechtzeitig fertig wird, wird nun auch noch donnerstags gewerkelt.

Auch ein Katholik hilft mit

Mindestens einmal pro Woche fährt Manfred Josef Arndt extra aus Kassel nach Niederelsungen, um dort zu helfen. Auch für das Luther-Stück investiert der 79-Jährige gerne seine Zeit – obwohl er Katholik ist. In seiner Kindheit im Westerwald kam es zwischen Katholiken und Protestanten immer mal zu Konflikten im Alltag, „heute spielt das aber kaum noch eine Rolle.“ Seine Tochter hat vor 30 Jahren einen Mann aus Niederelsungen geheiratet, und der Westerwälder war sofort von den Menschen begeistert. „Die Kameradschaft hier ist einmalig“.

Die Kameraden haben sich übrigens am Mittwoch auch vom einsetzenden Regen nicht von ihrer Arbeit abhalten lassen. Denn schließlich kann es auch bei den Aufführungen auf der Freilichtbühne jederzeit anfangen zu regnen.

Noch rund 4000 Tickets im Verkauf

Premiere ist am 24. Juni. Vom 24. Juni bis zum 23. Juli und vom 12. August bis zum 2. September finden samstags (Beginn: 20 Uhr) und sonntags (Beginn: 19 Uhr) Vorführungen statt. Es sind noch rund 4000 Karten im Verkauf. Sie gibt es für 14, 12 und 7 Euro. Die Karten können im Büro donnerstags von 19 bis 21 Uhr vorbestellt werden, Telefon: 05606/2229. Onlinebuchungen unter www.waldbuehne.niederelsungen.de.

Quelle: HNA

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