Arbeitskreis fordert die Gewässersanierung

Wallgraben: Hahn soll Wort halten

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Der Wallgraben in Ziegenhain ist seit Jahren gesperrt. Der Arbeitskreis fordert, dass Kampfmittelräumung und Gewässersanierung durch das Land Hessen endlich beginnen.

Schwalmstadt - Nach dem jüngsten Besuch von Justizminister Jörg-Uwe Hahn in der JVA Schwalmstadt fordert der Arbeitskreis Festung Ziegenhain „mit Nachdruck die Sanierung und den Erhalt des Wallgrabens“. Der Minister hatte bei seinem Aufenthalt in Ziegenhain vor kurzem Zusagen gemacht.

Die HNA berichtete: „Minister Hahn machte den Ziegenhainern Hoffnung, die auf die Sanierung des Wallgrabens warten.“ Hahn sagte wörtlich: „Mit der Räumung wird bald begonnen.“ Allerdings ließ er offen, wann genau bald bedeutet.

In seiner Stellungnahme betont jetzt der Arbeitskreis (AK), dass er sich seit zehn Jahren für den „Wallgraben als das zentrale identitätsstiftende Merkmal der historischen Wasserfestung Ziegenhain mit landesweiter Bedeutung“ einsetze. „Fest steht nun auch, dass das Land die Kosten für die Kampfmittelbeseitigung übernimmt. Auch die Arbeiten am Kornhaus sollen im Herbst weiter gehen.“

Und das ist nach Darstellung des AK die Situation: „Nach einer mehrjährigen Untersuchungsphase mit entsprechenden Gutachten und einer bereits begonnenen punktuellen Räumung der Kampfmittel passiert seit längerer Zeit nichts mehr. Währenddessen ist der Wallgraben wegen Explosionsgefahr für die Öffentlichkeit und den Fischereiclub gesperrt.“

Dieser Umstand sei besonders ärgerlich, weil bereits 2011 für die Kampfmittelräumung 1,5 Mio. Euro aus dem Landeshaushalt nicht abgerufen worden seien. Das Geld sei auf 2012 übertragen und auch da nicht verwendet worden. Für 2013 stünden 2,5 Mio. und für 2014 der Betrag von 2,99 Mio. im Haushalt. Der Arbeitskreis: „Insgesamt wurden für diese Maßnahme 6 Mio. Euro veranschlagt. Seit Jahren werden wir mit vagen Versprechungen (...) vertröstet, ohne konkrete Zukunftsperspektiven für eine Wallgrabensanierung. Dies trotz der seit Jahren bereitgestellten Haushaltsmittel.“

Nach Ansicht des Arbeitskreises mit seinem Vorsitzenden Bernd Völker ist die Kampfmittelräumung notwendige Voraussetzung für eine umfassende Sanierung des Wallgrabens. „Darunter verstehen wir insbesondere eine Entschlammung, die notwendig ist, um die zunehmende Verlandung des Grabens zu unterbinden. Eine Wasserzirkulation im Wallgraben und mit dem Grundwasser der Festungsstadt ist unbedingt zu gewährleisten.“ Das belege ein Ingenieurgutachten. Der Erhalt der auf Pfahlgründungen stehenden Festungsbauten sei von der Höhe des Grundwasserspiegels abhängig.

„Wir fragen uns, ob die in den vergangenen Jahren bereitgestellten Mittel inzwischen verfallen sind, oder ob sie für andere Projekte zweckentfremdet verwendet wurden.“

Der zweite vom Arbeitskreis kritisierte Missstand ist die Betonmauer um das ehemalige Kornhaus. Offenbar wolle man die Mauer lediglich durch Bäume kaschieren, „für uns ein völlig untauglicher Versuch, das Problem beiseite zu schieben“. (aqu)

Quelle: HNA

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