Waltraud Rink verlässt die Schwalm-Touristik

+
Geht mit ein bisschen Wehmut: Waltraud Rink (63) arbeitete 26 Jahre im Büro des Vereins Schwalm-Touristik auf dem Paradeplatz in Ziegenhain, Ende der Woche verabschiedet sie sich.

Schwalmstadt. Das Büro der Schwalm-Touristik ist die Schaltzentrale des Ziegenhainer Weihnachtsmarktes: Seit 27 Jahren ist das Wintervergnügen auf dem Paradeplatz Anziehungsmagnet für tausende Besucher. 26 Mal hat Waltraud Rink den Markt organisiert. Jetzt geht die 63-Jährige in den Ruhestand.

1987 eröffnete der Gewerbe- und Verkehrsverein Ziegenhain das Büro am Paradeplatz. Unter dem Vorsitz von Karl-Walter Eberlein wurde Rink eingestellt: Damals als so genannte ABM („Arbeitsbeschaffungs-Maßnahme“). Zwei Jahre später wurde der Verein in Verkehrsverein Schwalmstadt umbenannt. Seitdem bezuschusst ihn die Stadt.

Seit 1998 heißt er Schwalm-Touristik. Gemeinsam mit vielen, vielen ehrenamtlichen Helfern - „ohne sie wäre das nie zu schaffen“ - hat Rink den Markt etabliert. „Anfangs gab es nur Stände mit Süßigkeiten. Das Kunsthandwerkliche und die Märchendarstellungen kamen erst nach und nach“, erzählt die gebürtige Gebersdorferin. Kopfzerbrechen habe ihr manches Mal das Wetter bereitet. „Zu viel Schnee ist eine Katastrophe. Dann bleiben die Händler und die Besucher weg“, ist ihre Erfahrung.

Dabei war der Winter stets schon im Frühsommer Thema im Büro. Dann bestätigte Waltraud Rink die Anfragen der Marktbeschicker. Dazwischen lief das touristische Tagesgeschäft: „Früher kamen wesentlich mehr Busse. Heute sind die Gruppen kleiner“, sagt die 63-Jährige. Japaner, Chinesen, Gäste aus Übersee, die entlag der Märchen- und Fachwerkstraße unterwegs waren, machen auch Station in Ziegenhain. Deren Wünsche hätten sich nicht verändert, wohl aber das Kaufverhalten: „Früher nahmen die Besucher immer etwas mit nach Hause. Heute sind die Menschen verhaltener.“ Kleinigkeiten wie Bücher, Postkarten, regionale Spezialitäten wie Likör oder Märchenpuppen stehen im Regal. Seit einigen Jahren organisierte Waltraud Rink zusätzlich den Michaelismarkt in Treysa. Diese Aufgabe übenahm sie vom Ehepaar Bambey. Künftig wird die Handels- und Gewerbevereinigung die Organisation übernehmen.

Rückblickend sagt Waltraud Rink: „Es war kein Tag wie der andere. In den Sommermonaten habe ich die interessanten Gespräche mit den Gästen genossen - da kam viel zurück.“ Sie hofft, dass die Schwalm-Touristik als erste Anlaufstelle für Besucher der Stadt erhalten bleibt. „Es gibt viel zu tun: Man könnte in Treysa mehr Angebote zum Thema Märchen machen, in Ziegenhain die Festungsgeschichte stärker in den Mittelpunkt rücken.“ Einen großen Bahnhof zum Abschied will die 63-Jährige nicht. „Ich bleibe der Stadt erhalten“, sagt sie. Sie freue sich aufs Sprachenlernen und die Bildbearbeitung. „Es gibt noch die Überlegung als Senior-Au-Pair ins Ausland zu gehen“, erzählt sie. Auch plane sie, zu verreisen: „Aber ich komme immer wieder gerne zurück in die Schwalm.“

Der Verein Schwalm-Touristik wird von den Kommunen Schrecksbach, Willingshausen und Schwalmstadt getragen. Ihre Aufgaben sind Gästebetreuung, Werbung, Angebote, Ticketverkauf, Organisatorisches im Tourismusverband Rotkäppchenland usw. Die Nachfolge von Waltraud Rink ist noch offen, sagte Bürgermeister Dr. Näser, es würden „intensive Gespräche geführt“. Aktuell gehe es auch darum, über den Sommer die Öffnungszeiten des Büros am Paradeplatz sicherzustellen.

www.schwalm-touristik.de

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare