Wanderscheune Nausis wird Teil des Ars natura

Dorftheater: Dieses Kunstwerk steht noch bei Pfieffe, soll aber künftig an die Wanderscheune umgesetzt werden. Foto: privat/nh

Nausis. In Eigenleistung wird die alte Scheune am Dorfmittelpunkt, die seit vielen Jahren ungenutzt ist, zur Wanderscheune umgebaut. Im Frühsommer soll Einweihung gefeiert werden.

Nur noch wenige Monate, dann soll die Wanderscheune in Nausis fertig sein. Seit Monaten arbeiten fleißige Nausiser in Eigenleistung in dem Gebäude am Dorfmittelpunkt, meistens nach Feierabend und am Wochenende. Denn im Frühsommer soll Einweihung gefeiert werden in der Scheune, die um 1930 als Schweinestall mit Scheune gebaut wurde.

Die Wanderscheune ist Teil der neuen Kleinen Runde des Ars Natura. Nach Mitteilung von Sandrino Sandinista Sander, dem künstlerischen Leiter des Ars natura, soll die vier Kilometer lange Kleine Runde von der Wanderscheune zur Metzebacher Höhe und wieder zurück führen. „Das kann man mal gut an einem Nachmittag wandern“, sagt Sander, „denn die Strecke dauert etwa anderthalb Stunden.“

Natürlich werden auch Kunstwerke an der Kleinen Runde stehen. Dieback-to-the-bench-Bank, das zweitplatzierte Kunstwerk des Wettberwerbs Idee + Form 2012 des Kasseler Architekturstudenten Janosch Nowak, steht bereits in der Gemarkung Am Hasenkopf. Vier weitere Kunstwerke sollen auf der Runde hinzukommen. Welche das sind, steht noch nicht fest. Es wird eine Ausschreibung unter den rund 250 Künstlern geben, mit denen der Ars natura bereits zusammengearbeitet hat. Da die Erstellung der vier neuen Kunstwerke auch Fördergeld beantragt werden soll, kann noch einige Zeit bis zur Umsetzung vergehen, kündigte Sander an.

Das Kunstwerk Dorftheater von Jürgen Raiber (Leipzig), das bislang bei Pfieffe steht, soll einen neuen Standort erhalten: an der Wanderscheune in Nausis.

Dort wurden bereits die alten Futterkrippen für die Schweine herausgerissen, ebenso der alte Fußboden, Elektrokabel wurden verlegt, Trennwände eingezogen, die Leitungen für die Sanitäranlagen gelegt, die Decke wurde erneuert. „Das meiste haben wir in Eigenleistung gemacht“, sagt Ortsvorsteher Werner Kressel, „es ist toll, dass viele junge Nausiser mithelfen.“ Im Durchschnitt sind zehn fleißige Helfer im Alter von 25 bis 55 Jahren auf der Baustelle.

Auch vor der Scheune hat sich viel getan. Wo bis vor vier Jahren noch ein altes Fachwerkhaus aus dem 19. Jahrhundert stand, soll ein Spielplatz entstehen, mit Seilbahn, Rutsche, offenem Bachlauf vom Dorfplatz und diversen Klettermöglichkeiten.

Die Sandstein-Sockelsteine des abgerissenen Hauses wurden gesammelt und werden künftig das 1800 Quadratmeter große Grundstück umranden. Einige bilden bereits die Feuerstelle, denn vor der Wanderscheune soll es künftig möglich sein, ein Lagerfeuer zu entzünden.

Die Wanderscheune soll Wanderern Schutz vor Nässe und Kälte und Sitzgelegenheiten bieten sowie die Möglichkeit zum Toilettengang und zum Kochen von Getränken. Der Raum ist 50 Quadratmeter groß und bietet Platz für bis zu 50 Menschen. Es wird zwei Toiletten, inklusive eine für Behinderte, ein Lagerraum sowie eine Teeküche mit Kühlschrank, Spüle und Wasseranschluss entstehen. „Es wird aber kein zweites DGH“, betont der Ortsvorsteher, „es ist nur gedacht für Wanderer und kleine Feierlichkeiten des Dorfes.“ Bei größeren Gruppen oder Veranstaltungen soll zusätzlich der hintere Scheunenbereich, in dem zurzeit noch die alte Dreschmaschine des Historischen Maschinenrings steht, genutzt werden. Dahinter befindet sich auch noch ein kleiner Lagerraum. Zum Beispiel soll der jährliche Nikolausmarkt künftig an der Wanderscheune stattfinden.

Die Umbaukosten belaufen sich auf rund 160.000 Euro, teilt Ortsvorsteher Kressel mit. Das Geld stammt unter anderem von der Stadt, dem Gewinn des Dorfjubiläums aus dem Jahr 2010, von Straßenfesten und privaten Spendern.

Von Claudia Feser

Quelle: HNA

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