Wanderweg H5: Geheimnis im Nebelmeer

Ski- und Rodeln im Winter gut: Hier beginnt der Aufstieg zum Hessenturm.

Niedenstein. Der November-Nebel verwandelt Wiesen, Wald und Felder in eine geheimnisvolle Kulisse. Hier verehrten die Chatten an besonderen Stätten die Götter. Ihre Welt mit Elfen und Kobolden scheint am Ausgangspunkt des H 5 zum Leben zu erwachen.

Doch als plötzlich in der Stille Äste knacken und ein Schatten vorbei huscht, ist es nur ein Reh, das eilig in den Wald sprintet. Dafür sieht das Jagdhaus auf der Lichtung aus wie ein echtes Hexenhaus. Knietief versinkt man beim Durchqueren des Buchenwaldes im Laub. Nach dem Überqueren der Landstraße geht es weiter auf naturbelassenen Wegen. Ein idyllischer, flacher Bach erfrischt Sommerwanderer. In dieser Jahreszeit wünscht man sich weniger Feuchtigkeit, mit der Nässe kriecht die Kälte langsam in die Glieder. Gut, dass es jetzt bergauf geht. Mitten im Wald stehen plötzlich Wohnwagen, die von einem hohen Zaun abgeschirmt werden. Warum erklärt das Schild an einem verwitterten Metalltor: Hier ist Freikörperkultur angesagt, zumindest in der wärmeren Jahreszeit.

Im Winter dagegen ist der Ski- und Schlittenhang unterhalb des Hessenturms ein Geheimtipp. Vor dem Schneespaß steht allerdings der Aufstieg, den auch der Wanderer des H5 absolvieren muss. Kurz bevor der Hessenturm in Sicht ist, fallen Bäume entlang des Weges auf, die komplett mit Moos bewachsen sind. Ein merkwürdiger Anblick. An klaren Tagen reicht der Blick vom Hessenturm bis zum Kellerwald. An diesem Tag kann man durchs Nebelmeer nur die Häuser von Niedenstein erkennen.

Der frühe Einbruch der Dunkelheit lässt uns hier die Route des H5 verlassen. Durch Niedenstein geht es zurück zum Parkplatz Altenburg. Zuhause wartet der Kamin und heißer Tee.

Quelle: HNA

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