Ja, so war’s im Chattengau: Langer Tag der Museen

Alte Musik: Leierkastenspieler Bernd Ritzmann in Niedenstein.

Gudensberg/Edermünde/Niedenstein. „Das ist mein Papa“, ruft der kleine Junge stolz, als die Ritter seinen Vater zum Kampf auf das Schlachtfeld holen. Vor dem Alten Friedhof in Gudensberg hatten die Ritter das Territorium in Beschlag genommen.

Sie unterhielten die Zuschauer mit einem kleinen Kampf in mittelalterlicher Tradition. Zum Schluss brachten allerdings die Gudensberger Jungs die Männer in ihren schweren Rüstungen zu Fall.

Auf dem Platz duftete es nach Speckkuchen und dem großen Schwein am Spieß. Die Mädchen bastelten Prinzessinnenkronen. „Das macht Spaß“, sagt Maileen Seifert (6) aus Gudensberg. Ein Höhepunkt des langen Tages der Museen im Chattengau war das Mittelalterfest in Gudensberg allemal.

Zum ersten Mal fand die Veranstaltung im Chattengau statt. Die drei Kommunen Gudensberg, Niedenstein und Edermünde arbeiteten zusammen, um die gemeinsame Geschichte der Region lebendig werden zu lassen. An acht verschiedenen Orten konnten sich Besucher über den Chattengau informieren.

Langer Tag der Museen im Chattengau

Der Geschichts- und Heimatverein Metze präsentierte eine Ausstellung zu den Chatten im Gemeinschaftshaus. Darsteller zeigten die Lebensweise des germanischen Stammes. Die Ausstellung lockte vor allem ältere Leute an.

So auch in Niedenstein: Dort las Erich Sommer aus alten Gerichtsurteilen. Erstaunt hat die Besucher sehr, dass 1725 eine Frau zu acht Tagen Gefängnis verurteilt wurde, weil sie Flachs auf einem Kachelofen getrocknet hatte. Im Niedensteiner Museum gab es zudem noch die Ausstellung zur Altenburg zu sehen.

Tief nach unten in dunkle Gänge führt die Vorsitzende des Vereins für Geschichte und Dorfkultur in Besse, Anne-Christel Klüttermann. Sie ging mit den Besuchern in den Luftschutzbunker, der Besse unterkellert. 2000 Menschen suchten dort im 2. Weltkrieg Schutz bei Luftangriffen.

Den Abschluss des Museumstages bildeten Feuer auf dem Holzhäuser Hahn, dem Gudensberger Schlossberg und dem Niedensteiner Kopf.

Quelle: HNA

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