Beihilfezahlungen dauern – Es fehlt an qualifiziertem Personal

WalterReinhardt

Reddingshausen. Walter Reinhardt aus Reddingshausen ist als ehemaliger Soldat privat versichert. Doch seit einigen Monaten hat er Schwierigkeiten, Apotheken- und Arztrechnungen zu bezahlen, weil die Erstattungsfristen lang geworden sind.

Als Privatpatient muss Reinhardt die Ausgaben zunächst vorstrecken und bekommt sie dann von der Privatkasse und zu etwa 70 Prozent von der staatlichen Beihilfe wieder. Früher, so sagt der 57-Jährige, dauerte das meist zwei Wochen, inzwischen warte er bis zu zwei Monate auf sein Geld. Während es bei Arzt- und Krankenhausrechnungen bisweilen möglich sei, sie erst später zu bezahlen, müsse er Apothekenrechnungen gleich im Geschäft begleichen.

Anfang des Jahres hatte er einen Betrag von 4000 Euro ausgelegt und wartete auf die Erstattung. Hintergrund der Wartezeit, die längst nicht nur Reinhardt betrifft, sind die Reformen bei der Bundeswehr.

Die Beihilfestellen wurden vom Verteidigungsministerium anderen Ressorts zugeordnet. Für Reinhardt ist jetzt das „Bundesamt für zentrale Dienste und offen Vermögensfragen“ (BADV) zuständig. Unter anderem seien mehrere tausend Akten von München nach Stuttgart verlagert worden, heißt es in einem Schreiben des Amtes an den Oberstabsfeldwebel a.D.

Betroffen sind laut Reinhardt viele ehemalige Soldaten. Sie hätten teilweise große Probleme dadurch. „Viele Kameraden können es nicht auffangen“, sagt er.

Dr. Ellen Hähner, Pressesprecherin der Bundesanstalt, bestätigt die Probleme. Zu Spitzenzeiten hätten 70 000 unbearbeitete Anträge vorgelegen. Das Problem sei, dass dem Amt bei der Umstrukturierung versprochen worden sei, man bekomme genügend qualifiziertes Personal. Das sei nicht geschehen.

Jetzt müssten sich Mitarbeiter in die komplexe Materie einarbeiten. Bereits als die BADV die Aufgabe übernommen habe, habe es einen Antragsstau gegeben. Es seien nun viele Anstrengungen unternommen worden, um das Problem zu lösen. Dazu gehörten Abschlagszahlungen und die forcierte Bearbeitung bei Summen ab 2000 Euro.

„Wir tun alles, was in unserer Macht steht“, sagte Hähner. Allerdings seien die Mitarbeiter längst an der Belastungsgrenze angelangt, sie seien fleißig und engagiert. Sie hoffe, dass es bis Ende des Jahres eine Lösung gebe, sagte die Pressesprecherin. Foto: Dellit

Quelle: HNA

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