Tierischer Nachwuchs

Warten auf die Storchenbabys vom Glockenborn

+
Zank am Horst: Die brütenden Störche im Glockenborn dulden keine Artgenossen im Glockenborn. In den vergangenen Tagen wurden durchreisende Störche vertrieben. Foto: Werner Hebeler

Wolfhagen. Die Spannung steigt am Storchennest zwischen Bründersen und Wolfhagen: In diesen Tagen sollen die kleinen Störche im Naturschutzgebiet Glockenborn schlüpfen.

Stephan Schmidt von der Stadt Wolfhagen ist täglich vor Ort. „Im Moment kann man noch erkennen, wie die Störche die Eier mit dem Schnabel drehen.“ Außerdem sei noch kein Nahrungsflug zu erkennen gewesen, bei dem die Altstörche ihre Jungen füttern. Sicher ist, es sind mehrere Eier im Nest. „Der Schlüpftermin ist erreicht, es kann jetzt jeden Tag soweit sein.“

„Wir freuen uns sehr über das Interesse an unseren Störchen.“

Wenn alles gut geht, ist es das erste Mal, dass Störche im Altkreis für Nachwuchs sorgen. Da dies eine kleine Sensation ist, befürchten die Tierschützer eine Völkerwanderung am Horst. Gestört werden könnten dadurch nicht nur die kleinen Störche, sondern auch alle anderen brütenden Tiere am Glockenborn. Zum Teil gibt es in den Schilfbereichen schon Jungtiere.

„Wir freuen uns sehr über das Interesse an unseren Störchen“, erklärt Stephan Schmidt. Er bittet jedoch Besucher, sich nicht übermäßig lange im Glockenborn aufzuhalten, sondern nach dem Störchegucken zügig weiterzugehen.

Das Wolfhager Ordnungsamt wird in der nächsten Zeit verstärkt kontrollieren, ob Autofahrer auf dem Feldweg unterwegs sind. Das ist nämlich verboten. Wer mit dem Auto ankommt, hat zwei Möglichkeiten. Das Fahrzeug kann auf den beiden Parkplätzen an der Landesstraße zwischen Wolfhagen und Bründersen abgestellt werden oder am Spielplatz Lehmloch in Bründersen. Von beiden Parkplätzen ist es nur ein kurzer Fußmarsch zu den Störchen. Verboten ist auch das Betreten der Weide, auf der der Horst steht. Dies ist ohnehin aus Sicherheitsgründen anzuraten, weil auf der Wiese ein Bulle grast, der nicht ganz ungefährlich ist.

Stadtmitarbeiter Schmidt bittet weiterhin auch Hundebesitzer, ihre Tiere im Bereich des Glockenborns an die Leine zu nehmen.

In den vergangenen Tagen kamen mehrfach andere Störche im Naturschutzgebiet zwischen Wolfhagen und Bründersen vorbei, die jedoch massiv von dem brütenden Weißstorchenpaar vertrieben wurden. Das residierende Paar ließ nicht einmal zu, dass sich die Durchreisenden auf Futtersuche im Glockenborn machten.

Ursprünglich sollte ein zweiter Horst im Glockenborn gebaut werden. Davon will die Stadt aufgrund der Beobachtungen Abstand nehmen. „Zwei Paare dulden sich gegenseitig nicht“, sagt Schmidt. Dies sei auch die Erfahrung in anderen Kommunen. Deshalb soll für den zweiten Horst nun ein anderer Standort im Bereich Wolfhagen gefunden werden.

Anmeldung zur Führung 

Für Interessierte bietet der Naturpark Habichtswald Führungen in den Glockenborn und zu den Störchen an. Anmeldungen sind unter der Telefonnummer des Naturschutzzentrums 05606/533266 möglich.

Von Bea Ricken

 

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare