Ort freut sich auf den Anschluss

Schwarzenberg wartet auf die Regiotram

Durchfahrt: Noch hält sie nicht an – die Regiotram. Am Bahnübergang sollen die Haltestellen gebaut werden.

Melsungen. Acht Mal am Tag fährt der Melsunger Stadtbus derzeit den Stadtteil Schwarzenberg an. Wenn die Regiotram kommt, ist damit Schluss: „Wir freuen uns aber dennoch sehr über den Anschluss ans Regiotramnetz“, sagt Ortsvorsteher Timo Riedemann.

Auch wenn dies noch bis zu drei oder vier Jahre dauern könne.

Seit Ende der 1990er-Jahre gebe es schließlich diese Überlegung und seit 2004 eigentlich das konkrete Vorhaben. Jetzt werde es endlich Zeit. Damals hatten fast 90 Prozent der Schwarzenberger einem Anschluss zugestimmt. Es sei zu verschmerzen, dass der Stadtbus wegfalle, verzichten könne man allerdings nicht auf den Kindergartenbus. Derzeit führen 20 bis 30 Kinder in den Melsunger Kindergarten Bachfeld. Auch die Kinder, die in die Christian-Bitter-Schule gingen, müssten weiterhin mit dem Bus fahren, sagt Riedemann. Ab den weiterführenden Klassen sei ein Schülertransport mit der Regiotram möglich und sinnvoll.

Der Vorstoß der Freien Wähler aus Melsungen sei indes auf keine große Gegenliebe gestoßen. Die Fraktion hatte vorgeschlagen, den Haltepunkt in Richtung Melsungen näher an das Gewerbegebiet Schwarzenberger Weg zu verlegen, damit Berufspendler den Ausstieg nutzen könnten. „Für die Schwarzenberger wird der Weg dann aber sehr weit“, kritisiert Riedemann. Der Fußweg würde zwar einige Minuten betragen, die Pendler könnten aber auch nach der aktuellen Planung bequem zu ihrem Arbeitsplatz kommen. Die Haltestellen sind derzeit in Richtung Kassel kurz nach dem Bahnübergang und in Richtung Melsungen ebenfalls kurz nach dem Bahnübergang geplant.

Da Schwarzenberg im ursprünglichen Konzept bereits enthalten ist, läge die Förderquote von Bund und Land bei 85 Prozent.

Keine Bauplätze

Die Kosten von maximal zwei Millionen Euro für die Stadt seien gut angelegt: Riedemann geht von einer lebhaften Nutzung der Haltestelle aus. Mehr als die Hälfte der Befragten Schwarzenberger hatte 2004 angegeben, öfter als fünfmal in der Woche nach Kassel zu fahren.

Riedemann sieht weitere positive Nebeneffekte für den Stadtteil. Die Attraktivität werde zusätzlich gesteigert. In wenigen Minuten sei man in Melsungen und in 30 Minuten in der Kasseler Innenstadt. Im Halbstundentakt.

„Jetzt fehlen nur noch Bauplätze“, sagt Riedemann und lacht. Denn der Ort erfreue sich großer Beliebtheit, aber es gebe keinen Platz – weder für Alteingesessene, noch für Neubürger. „Wer in Schwarzenberg sein Haus verkaufen möchte, ist es nach wenigen Tagen los.“ Man wolle wegen des Baugebiets nochmals bei der Stadt vorsprechen.

Quelle: HNA

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