Milde Januar-Temperaturen verwirren Flora und Fauna – Ernte noch nicht in Gefahr

Warten auf den Winter

Die Gelegenheit ist günstig: Wer im warmen Januar Obstbäume setzt, ist im Frühjahr klar im Vorteil. Heinrich Niggemeyer von der Bioland-Baumschule Pflanzlust in Nothfelden verzeichnet eine überdurchschnittliche Nachfrage nach den Gewächsen. Foto: Spanel

Wolfhagen/Zierenberg. Angenehme Temperaturen, bunte Farbkleckse auf den Wiesen und ab und zu lugt die Sonne aus den Wolken: Statt einer weißen Pracht bieten in der ersten Woche des neuen Jahres austreibende Weiden, knospende Haselnüsse und die ersten Primeln vor den Haustüren ein frühlingshaftes Bild. Die allzu milden Temperaturen bringen die Natur zwar durcheinander, aber ein ernster Grund zur Sorge bestehe nicht, versichern Experten. „Entwicklungsgeschichtlich sind warme Winter ganz und gar nicht ungewöhnlich“, sagt Uwe Zindel vom Forstamt Wolfhagen. „Flora und Fauna sind bestens dafür gerüstet.“

Einzig zu abrupte Temperaturschwankungen und strenge Frostphasen könnten den Pflanzenwuchs beeinträchtigen. Johannes Gerold vom Kreisbauernverband Kassel gibt zu bedenken: „Wenn die schützende Schneedecke fehlt, können ganze Getreidekulturen kaputtfrieren.“

Kein Schaden für Tiere

Für Waldtiere ist die Wärmeperiode unbedenklich. Weil der Boden frostfrei ist, finden sowohl Schwarz- als auch Rotwild genügend Nahrung. Eine besondere Auswirkung hat der warme deutsche Winter auf die Zugvögel. Otto Reinhardt, Zweiter Vorsitzender des Naturschutzbundes Deutschland in Oberelsungen, beobachtet verstärkt Kohlmeisen aus Osteuropa, die der extremen Kälte in ihrer Heimat entfliehen wollen.

In Wolfhagen indes verkürzt man sich das Warten auf den Winter mit einem erfrischenden Eis. Giuseppe Mazzone betreibt das „San Remo Eis-Café“ und begrüßt schon die ersten Gäste – einen Monat, bevor die eigentliche Eis- Saison startet.

Von Emily Spanel

Quelle: HNA

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