Stefani Peter aus Ungedanken hatte große Mühe mit dem Antrag auf Unterstützung

Warten auf den Zuschlag

Viel Arbeit für den Kinderzuschlag: Stefani Peter aus Ungedanken mit ihrer Tochter Joanna. Foto: Dellit

Ungedanken. Stefani Peter war froh, endlich nicht mehr von Hartz IV zu leben. Mit ihrem Mann und ihren vier Kindern war sie im August nach Ungedanken gezogen.

Steffen Peter fährt für einen Spediteur und ist viel unterwegs. Dennoch verdient er nicht genug Geld, damit die Familie davon leben kann. Zusammen mit dem Wohngeld, dem Kindergeld und dem Kinderzuschlag komme sie gut über die Runden. Kinderzuschlag bekommen gering verdienende Familien, damit sie nicht in Hartz IV rutschen. Doch mit dem Kinderzuschlag gab es bei der Familie Peter Probleme.

Immer wieder vertröstet

Ende September, so erzählt die Ungedankenerin, habe sie den Antrag gestellt, am 1. Oktober sei er in Kassel eingegangen. Dann geschah lange nichts: Mal fehlte laut Familienkasse eine Verdienstbescheinigung, mal ging es um einen angeblich schon gezahlten Vorschuss.

Immer wieder sei sie vertröstet worden, sagt Peter. Das Geld, immerhin 560 Euro im Monat, fehlte in der Kasse. Ihr Mann habe immer wieder bei seinem Chef Vorschüsse erbeten, und der Vermieter habe auf einen Teil seiner Miete warten müssen.

Schließlich fuhr Stefani Peter mit dem Bus nach Kassel, um selbst beim Amt vorzusprechen. Inzwischen ist der Bescheid da. Der Zuschlag ist bewilligt und es kommt eine Nachzahlung von 1680 Euro aufs Konto. Stefani Peter hat bereits Überweisungen in Auftrag gegeben, die sie bisher nicht bezahlen konnte.

Das Problem im Fall der Familie aus Ungedanken sei gewesen, dass es lange gedauert habe, bis alle relevanten Unterlagen vorlagen, sagt Silke Sennhenn, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit in Kassel, zu der die Familienkasse gehört.

Es müsse zunächst genau geprüft werden, welche Einkünfte eine Familie hat, zum Beispiel Unterhaltszahlungen. Damit soll sichergestellt werden, dass nur jene Familien den Zuschlag erhalten, die ihn auch wirklich benötigen. Das sei ja grundsätzlich im Sinne der Steuerzahler, sagte Sennhenn. Dennoch: „Wir würden manchmal gerne unbürokratischer vorgehen.“

Man müsse sich aber an die Bestimmungen halten. Als alle Unterlagen in der Behörde waren, sei es recht schnell gegangen. Zwei Wochen seien eine normale Bearbeitungszeit. In Notfällen könne es manchmal auch einen Vorschuss geben.

Sprecherin: Früh erkundigen

Es sei immer erfreulich, wenn eine Familie sich auf eigene Beine stellen wolle, so wie in diesem Fall. Dafür sei der Kinderzuschlag ja gedacht. Sennhenns Tipp: Wer den Zuschlag beantragen möchte, sollte sich frühzeitig bei der Familienkasse erkundigen, was er vorlegen muss.

Stefani Peter freut sich besonders für ihren Sohn Simon. Der größte Wunsch des Siebenjährigen ist ein Fahrrad. Nun kann es zu Weihnachten vielleicht doch etwas werden.

Trotz der Mühe und des Ärgers ist die Familie mit ihrer Situation zufrieden. Vor allem damit, dass sie nicht mehr in der Statistik der Hartz IV-Empfänger auftaucht. • Familienkasse, Tel. 01801/546337, Theaterstraße 3, 34117 Kassel, E-Mail: kassel.familienkasse@ arbeitsagentur.de

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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