Kinder-Uni: Professor Jens Hesselbach hielt in der Stadthalle eine Vorlesung über den Klimawandel

Vorlesung über den Klimawandel: Warum der Eisbär so leidet

Stellten in einem Experiment die Eisschmelze auf dem Süd- und Nordpol nach: Professor Dr. Jens Hesselbach (links) und sein wissenschaftlicher Mitarbeiter Martin Widdel mit Paul, Mathis und Philipp (von links). Foto: Hohagen

Melsungen. 80 Kinder in der Melsunger Stadthalle lachen herzhaft und applaudieren laut. Gerade hat Prof. Dr. Jens Hesselbach Darth Vader gespielt, und mit täuschend echter Stimme „Ich bin dein Vater, Luke“ ins Mikrofon gedröhnt.

In der Hand hat er einen blauen Luftballon, im Hintergrund der Bösewicht der Starwars-Reihe auf der Leinwand.

Jens Hesselbach, Professor im Fachbereich Maschinenbau an der Uni Kassel ist heute nach Melsungen gekommen, um für die Kinder-Uni eine Vorlesung zum Thema „Warum darf nicht immer Sommer sein“ zu halten.

„Die Temperatur auf unserer Erde ist in den letzten 100 Jahren um fast ein Grad gestiegen“, führte Hesselbach seine jungen Zuhörer in das Thema Klimawandel ein. Heute wolle er Gründe, Folgen und Auswege aufzeigen.

Schwere und leichte Gase

Zur Veranschaulichung hat der Professor eine Menge Experimente dabei. Ein mit Helium gefüllter orangener Luftballon hängt an der Decke. Helium ist ein leichtes Gas, im Unterschied zu Schwefel-Hexa-Fluorid. Das hat der Professor für den beeindruckenden Versuch mit der tiefen Darth Vader-Stimme eingeatmet. Auf diesem Weg sollen die Kinder etwas über die unterschiedliche Beschaffenheit von Gasen lernen.

Schließlich seien die für den Treibhauseffekt verantwortlich, aus dem die Erderwärmung resultiert: Sonnenstrahlen dringen durch die Atmosphäre auf die Erdoberfläche. Diese wird erwärmt, Wärmestrahlen reflektiert. In Folge einer immer dichter werdenden Treibhausgas-Decke aus Kohlendioxid, Methan und anderen Gasen wird die Wärme ähnlich wie in einem Gewächshaus gespeichert.

Rinder produzieren Gas

Auf der Leinwand ist ein saftiger Hamburger zu sehen. „Woraus besteht er?“, fragt Hesselbach seine Zuhörer. „Aus Rindfleisch“, weiß ein Junge. „Und ein Rind produziert bei der Verdauung 100 000 Liter Methan-Gas pro Jahr“, erklärt der Wissenschaftler. In einen Liter Luft wiederum passten 30 Trillionen Gasmoleküle.

Umgerechnet in Sand sei das eine Menge, die ganz Melsungen fünf Kilometer hoch mit Sand bedecken würde. „Je mehr Fleisch wir essen, desto mehr Rinder gibt es und desto mehr schädliches Gas wird produziert“, folgert er. Schädliche Gase entstehen demnach nicht nur durch die Verbrennung von Gas und Öl beim Autofahren oder Fliegen, heizen oder Strom erzeugen, sondern auch in Folge erhöhten Fleischkonsums.

Mit einem anderen Experiment zeigt der Maschinenbauer mit Hilfe seines wissenschaftlichen Mitarbeiters Martin Widdel Folgen der Erderwärmung. Ein Behälter mit Steinen, der den Südpol darstellen soll, wird mit Eis und dann mit Wasser aufgefüllt.

Als nach einer Weile das Eis geschmolzen ist, läuft das Wasser über: Durch die Erderwärmung schmilzt das Eis, dadurch verliert der Eisbär auf dem Nordpol seinen Lebensraum, in anderen Teilen kann Hochwasser auftreten. Auch Wüstenbildung, Trockenheit und brausende Hurricanes sind Ergebnisse der Erderwärmung. So gefährdet sie alle Lebewesen. „Wir sollten dagegen etwas tun“, regt Hesselbach an. Weitere Artikel

Quelle: HNA

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