Waschbären auf dem Vormarsch

Wolfhager Land. Der Waschbär breitet sich immer weiter aus. „Seine Zahl hat sich in den vergangenen zehn Jahren verfünffacht“, sagt Frank Becker, der in Kassel einen Forstbetrieb betreibt.

Er hat sich auf Schutzsysteme gegen Waschbären spezialisiert und wird immer häufiger von verzweifelten Hauseigentümern um Hilfe gebeten. Besondere Schwerpunkte gebe es nicht, die Tiere sind überall. Die jüngsten Meldungen von dreisten Waschbären, die in Häuser eingedrungen sind, kommen aus Naumburg und Ippinghausen. Auch in Neubaugebieten, wie beispielsweise auf dem Wolfhager Teichberg, treiben sie ihr Unwesen. Im Moment sei es besonders schlimm, da jetzt auch die entwöhnten Jungtiere auf Beutezug gingen, sagt Becker.

Haben sich die Waschbären erstmal ein Haus als Wohnhöhle ausgesucht, sei kein Halten mehr. Durch Verschieben von Dachziegeln, Herausreißen der Dachisolierungen und durch Exkremente seien die Tiere in der Lage ganze Dachstühle zu zerstören, warnt Becker.

„Die Vermehrung der Waschbären ist kaum zu stoppen, weil sie keine natürlichen Feinde haben“, sagt Kreisjagdberater Helmut Hoeppe aus Wolfhagen. Zudem würden die Dörfer und Städte alles im Überfluss bieten, was die Waschbären brauchten. „Die steigen in die Speisekammer und fressen die Sahnetorte.“ Probleme mit Waschbären gebe es auch in den Naturschutzgebieten beispielsweise am Glockenborn und der Naumburger Hengstwiese. Rund um die Teiche sind die Trampelpfade zu erkennen, auf denen sich die Waschbären bewegen, wenn sie die Nester der Bodenbrüter ausräubern. Wieviele es sind, kann Hoeppe nicht sagen. Geschossen wurden im Jagdjahr 2010/11 897 Tiere im Altkreis und 3145 im gesamten Kreis Kassel. Im Jagdjahr 2009/10 waren es 727 im Altkreis und 2223 im Kreis. Die Zahlen der vergangenen Jahre schwanken jedoch.

Quelle: HNA

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