Sportfischerverein Petri Heil Rommershausen-Dittershausen vor 50 Jahren gegründet

Wasser hegen und pflegen

Rommershausen/Dittershausen. Die Hege und Pflege des heimischen Gewässers steht seit 50 Jahren im Mittelpunkt des Sportfischervereins Petri-Heil Rommershausen-Dittershausen: 1963 wurde der Verein im Gasthaus Stirn in Rommershausen gegründet, besonders engagierten sich Karl Stamm, Helmut Hahn, Karl-August Stirn und Erwin Voegele.

Nach Verhandlungen mit dem Inhaber des Fischereirechts Baron von Schwertzell zu Willingshausen wurde 1964 ein erstes Teilstück der Schwalm zugesagt.

Drei Jahre später beschlossen die Mitglieder, ab sofort Tageskarten für Sportangler auszugeben. Im selben Jahr stand das erste Preisangeln auf Hecht an. Angeln nahm an Attraktivität zu: 1970 wurde der erste Lehrgang für die Sportfischerprüfung angeboten.

Viel Unrat in der Schwalm

In 25 Jahren wurden mehr als 500 Angler geschult und prüfungsfit gemacht. Doch nicht nur der Sport, auch die Hege des Gewässers wurde zunehmend wichtiger. Im Wasserbereich hängende Äste fingen den „Wohlstandsmüll“ auf, der von den Mitglieder mit einem Ruderboot aus der Schwalm gefischt wurde – so ist es in der Chronik zu lesen.

Lasterweise Müll gesammelt

Um die Müllplage bewältigen zu können und den Unrat zu sammeln, wurden ein fahrbarer Greifer umgebaut und Balken quer gelegt. In dieser Zeit leisteten die Mitglieder 1500 bis 2000 Stunden ehrenamtliche Arbeit im Jahr – sie beseitigten ganze Lastwagenladungen Abfälle, sogar verendete, bis zu zwei Zentner schwere Schweine.

1969 angelten amerikanische Soldaten in der Schwalm: Der Verein stellte das Wasser für ein Wettfischen zur Verfügung. Auch junge Schwälmer entdeckten die Angelleidenschaft. 1977 wurde eine Jugendgruppe gegründet. Einen schwarzen Monat erlebte der Verein im Juni 1981. Durch das Einlassen der Wassermassen aus den Rückhaltebecken Heidelbach und Schwalmstadt war die Schwalm mit organischen Stoffen angereichert, so dass der ohnehin geringe Sauerstoffgehalt auf ein Minimum absackte. Die Folge war ein großes Fischesterben – der Verein hatte ein „Gewässer ohne Leben“. 1986 wurde dem Verein eine Entschädigung gezahlt.

Im selben Jahr trat ein Vertrag mit dem Wasserverband Schwalm in Kraft. Seitdem hat der Verein die Bachpatenschaft für das Gewässer. Der größte Fang in der Vereinsgeschichte gelang Heinz Kraushaar 1994: Er holte einen 14,3 Kilo schweren Graskarpfen aus dem Ziegeleiteich.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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