Komödie mit viel Lokalkolorit feierte Premiere - Jede Menge Applaus für die ListDinger

Mit Wasser und Herzblut

Im Dorflädchen geht’s zur Sache: Hier horchen (von links) Tante Emma (Kirsten Schröder) und ihre Zwillingsschwester Else (Eleonore Fritze) die betagte Bäuerin (Liane Jordan) aus, um ein drohendes Unheil von Listingen abzuwenden. Fotos:  Binienda-Beer

Ober-/Niederlistingen. Eins plus eins ist eins. Alle zwei Jahre setzen Nieder- und Oberlistingen die einfachste mathematische Grundregel außer Kraft. Die Ausnahme gilt immer dann, wenn die beiden Dörfer beim Theaterspielen zu einem verschmelzen.

Das gemeinsame Listingen existiert seit der 1150-Jahr-Feier zwar zunehmend in den Köpfen der Bewohner, die Amateurtruppe Die ListDinger aber mit ihren Akteuren von dies- und jenseits der B 7 lebt den Gemeinschaftsgedanken tatsächlich. Nach monatelangen ebenso arbeitsintensiven wie heiteren Proben feierten sie jetzt Premiere mit dem Volksstück „Gewitter über Listingen“.

Komödie mit viel Lokalkolorit: Applaus für die ListDinger

Im proppevollen Saal des alten Rathauses in Oberlistingen erlebte das Publikum einen mehr als dreistündigen vergnüglichen Theaterabend. Bühnenbild, Spiel und technische Finessen bis hin zu echten Wasserspielen bewiesen auch bei der sechsten Produktion unter Leitung von Doro Fellinger: Hier sind Theaterleute mit Herzblut am Werk, noch dazu mit ausgeprägtem Sinn für heimatliche Bezüge.

Ob Namen, Fakten, örtliche Kuriositäten – das Listingen auf der Bühne sorgte am laufenden Band für Wiedererkennungseffekte mit dem realen. Herzliches Gelächter im Saal belohnte für die eingeflochtenen Lokalpointen und ausgesprochen komischen Talente unter den Darstellern.

Personelles Großaufgebot

Für ihre neueste Komödie treten Die ListDinger mit einem personellen Großaufgebot von über einem Dutzend Darsteller an. So viele hatte Buchautor Karlheinz Fromm eigentlich gar nicht vorgesehen. Mit seiner Zustimmung bauten Doro Fellinger und ihre Truppe kurzerhand und mit viel Geschick neue Rollen in das Stück ein, damit auch alle mit Lust am Spielen zum Zuge kommen.

Das Bühnen-Listingen also: Ein Dorf, sein Tante-Emma-Laden, seine Einwohner, diese zum Teil so skurril wie im richtigen Leben, das ist der Stoff, aus dem sich viel machen lässt. In der täuschend echt wirkenden Kaufmannsladenkulisse mit gemütlicher Sitzecke und angeschlossener Postagentur schlägt das Herz des Ortes.

Kampf um die Dorfidylle

Hier kämpfen Tante Emma und ihre Zwillingsschwester Else gemeinsam mit anderen Dorfbewohnern um die Rettung ihres ländlichen Idylls. Denn von außen droht Ungemach: An der Stelle des schönsten und größten Hofs am Ort soll ein Einkaufszentrum entstehen. Für den Erhalt ihrer kleinen heilen Welt und gegen den geplanten Konsumpalast werfen sich die Bühnen-Listinger mächtig und schließlich erfolgreich ins Zeug. Ein Gewitter bringt Klarheit - und zwei Paaren das große Glück.

Donnernder Beifall am Ende, ein Großteil des Publikums erhob sich von seinen Plätzen für stehende Ovationen.

Quelle: HNA

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