Erster Ausfall für Ökostrom-Anlage

Kaputtes Lager: Wasserkraftwerk am Ederwehr Fritzlar fällt aus

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Derzeit nicht in Betrieb: Weil ein Lager ausgefallen ist, steht die Schnecke im Wasserkraftwerk am Fritzlarer Ederwehr still. Wann die Anlage repariert werden kann, ist unklar. 

Fritzlar. Die Wasserkraftschnecke am Ederwehr in Fritzlar steht still. Das Lager ist kaputt und muss ausgetauscht werden. Doch eine Reparatur ist derzeit nicht möglich.

„Wir warten auf einen niedrigeren Wasserstand“, erklärt Stefan Kieweg, Prokurist beim Betreiber VEW.

Die Wasserkraftanlage am Ederwehr wurde im April 2016 in Betrieb genommen (wir berichteten). Sie soll Ökostrom für etwa 170 Haushalte liefern. Die maximale Erzeugungsleistung liegt bei 140 Kilowatt. Kern der Anlage ist eine Wasserkraftschnecke, für deren Betrieb nur das Wasser benötigt wird, das bisher ungenutzt über das Ederwehr abgeflossen ist.

Wasserkraftwerk Ederwehr: Bisher störungsfrei

Bis Mitte Dezember hat das auch funktioniert. Dann ist das Lager kaputtgegangen. Zwischenzeitlich war die Anlage in Betrieb, die VEW musste sie jedoch stillsetzen. „Es ist der erste Ausfall. Bislang lief die Anlage störungsfrei“, versichert Kieweg. Es sei ärgerlich, dass derzeit kein Strom erzeugt werden könne. Die Arbeitssicherheit gehe aber vor. Die Strömung sei zu stark, als dass ein Monteur losgeschickt werden könnte. Der Wasserstand hängt wiederum mit dem benachbarten Edersee zusammen. Der dient als Hochwasserpuffer und muss stets genügend Platz für weiteres Wasser bieten.

Im Herbst und Winter hat es viel geregnet. Der Pegel des Edersees ist daraufhin gestiegen. Um trotzdem genügend Puffer zu haben, werde seit langer Zeit die maximal mögliche Menge Wasser in die Eder abgeleitet.

Kunden müssen sich keine Sorgen machen

„Für uns war das kontraproduktiv“, fasst der Prokurist zusammen. Denn mit ein bis zwei Tagen Verzögerung kommt dieses abgeleitete Wasser in Fritzlar an. Viel zu viel, um die Monteure am Wasserkraftwerk arbeiten zu lassen. Kieweg hofft, dass in den nächsten Wochen weniger Wasser aus dem Edersee abgelassen wird. „Die Kollegen schauen jeden Tag“, sagt Kieweg. „Sobald es geht, werden wir die Anlage wieder in Betrieb nehmen.“ Die Kunden der Energie-Waldeck-Frankenberg (EWF) müssen sich keine Sorgen machen.

Der Ausfall des Wasserkraftwerks hat laut Kieweg keine Auswirkungen auf den Strompreis. „Das ist eine Anlage der Schwestergesellschaft VEW. Sie ist von der EWF finanziell getrennt. Mögliche Verluste der VEW werden nicht von der EWF übernommen.“

Quelle: HNA

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