Ein kleines, feines Dorf

Waßmuthshausen feierte mit einem großen Fest sein 800-jähriges Bestehen

Schwungvoll: Jakob Spruck, Sohn des Sponsors, und Heidi Vollmer enthüllen den Jubiläumsstein.

Wassmuthshausen. Vor 800 Jahren wurde der Ort Waßmuthshausen zum ersten Mal in einer lateinischen Urkunde des Klosters Cappel erwähnt. Das wurde nun groß gefeiert.

In der von Frank-Martin Engelbrecht verfassten Chronik ist weiter zu lesen, dass der urkundlich genannte Ortsname „Wasmudeshusin“ sich wahrscheinlich von dem Eigennamen eines Bewohners ableitet. Ein heftiger Erbschaftsstreit wird in der Urkunde rechtsgültig geklärt.

Hintergrund war eine Schenkung des freien Herrn Hartmann an das Kloster Cappel, die sowohl Güter als auch Hörige in Leuderode und Waßmuthshausen für „Gotteslohn“ beinhaltete. Dagegen wehrten sich mehrere Hinterbliebene Hartmanns, wobei sie sogar gewalttätig wurden und auch plünderten – bis die urkundliche Entscheidung Klarheit brachte.

Dorfjubiläum: 800 Jahre Waßmuthshausen

Dorfjubiläum: 800 Jahre Waßmuthshausen

Heute wird nicht mehr geplündert, sondern lieber gefeiert, so wie am Wochenende. Wie Ortsvorsteher Konrad Vollmer stolz berichtete, waren um die 100 Ehemalige nach Waßmuthshausen, das zur Zeit 168 Einwohner hat, gekommen, um dabei zu sein.

Die Dorfbewohner hatten sich viel einfallen lassen. Im 1754 erbauten Backhaus lebte die Tradition des Brotbackens wieder auf, auf einem Getreidefeld am Ortsrand sah man, wie früher gemäht, gebunden und gedroschen wurde, während auf dem Feld gegenüber ein alter Lanz-Bulldog mit einem Pflug schnurgerade Furchen zog.

Glocke von 1462

In der Kirche, in deren Turm das älteste Zeugnis des Dorfes erklingt, eine Glocke von 1462, druckte Pfarrer Horst Jung Urkunden mit Bibelzitaten auf einer 21 Jahre alten Handdruckmaschine, eine Kopie des Originals aus dem Jahr 1450, das aus einer Weinpresse entstanden war.

Büchsenwerfen, Hüpfburg, Torwandschießen und Kindermalen ergaben zusammen mit altem Handwerk und der Darstellung, wie früher gelebt, gekocht und gewohnt wurde, sowie einem vielfältigen Angebot von Speisen und Getränken einen gelungenen Festtag.

Einen Jubiläumsstein aus Basalt mit der Inschrift „800 Jahre“ gibt es jetzt auch. Zwischen Ober- und Unterdorf weihte Ortsvorsteher Vollmer das neue Wahrzeichen ein, gestiftet von Arno Wagner.

Beim Kommers erhielt der Ortsvorsteher aus den Händen von Peter Kossak die Freiherr-vom-Stein-Urkunde für das Dorf. Kirchenchor und Männergesangverein sorgten für die musikalische Gestaltung, bevor „The Tequilas“ zum Tanz aufspielten.

Nach diesem Jubiläum dürfte klar sein, die passende Bezeichnung für Waßmuthshausen lautet: Klein, aber fein.

Quelle: HNA

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