Sven Wollert verlässt den Kirchenkreis Ziegenhain, wo er seinen Dienst begann

Wechsel der Familie wegen

Verlässt den Kirchenkreis Ziegenhain: Pfarrer Sven Wollert von der Kirchengemeinde Bechtelsberg (Lingelbach, Berfa, Hattendorf) vor dem Lingelbacher Altar. Foto: Auel

Lingelbach. Die Pfarrstelle in Lingelbach, die zum Kirchenkreis Ziegenhain gehört, war Sven Wollerts erste Station. Nach fast sieben Jahren warten neue Aufgaben auf ihn: Im März tritt Wollert eine neue Stelle in Westuffeln im Landkreis Kassel an. Hauptgrund dafür ist seine Familie.

„Im Vikariat bekam ich nur eine Ahnung, was der Beruf wirklich bedeutet. Hier in Lingelbach war ich von Null auf Hundert derjeninge, von dem die Menschen erwarten, dass er für sie da ist“, sagt Wollert.

Die Schwierigkeiten der ersten Tage als Bindeglied zwischen Gott und den Menschen sind nicht der einzige Grund, warum der 36-Jährige seine Stelle in Lingelbach nicht vergessen wird.

Aus Drei mach Eins

Eine der größten Aufgaben war die Gründung einer neuen Kirchengemeinde. Die bisher eigenständigen Kirchengemeinden Berfa, Hattendorf und Lingelbach wurden im Januar 2010 zu einer Kirchengemeinde namens Bechtelsberg zusammengefasst. „Die Frage, wie mit der Strukturveränderung auf dem Land umzugehen ist, wird auch für die Kirche immer wichtiger“, sagt Wollert. Nicht zuletzt deswegen engagierte er sich als Pressesprecher des Kirchenkreises Ziegenhain und pflegte die Internetseite seiner Kirchengemeinde Bechtelsberg.

Wollerts Meinung nach wächst gerade eine Generation heran, für die nur das, was auch im Netz zu finden ist, wirklich real ist. Besondere Herzenssache war für Wollert der Umbau der alten Pfarrscheune in Lingelbach zu einem Gemeinschaftshaus, welches von der politischen wie der kirchlichen Gemeinde genutzt werden soll.

Dabei hat er sich nicht nur bei den Planungsarbeiten für das Martin Luther-Haus, so der Name der neuen Gemeindestätte, engagiert. „Ich habe Steine geschleppt und Wände gestrichen.“ Die Bauarbeiten dauern noch an.

„Meine Frau Renate und ich haben für die Zeit in Lingelbach eine Überschrift gefunden: Übergänge gestalten“, sagt der Kirchenmann.

Einschulung der Tochter

Nach sieben Jahren in Lingelbach ist nun Schluss. Wollerts Frau ist ebenfalls Pfarrerin und findet im Ziegenhainer Gebiet schlecht eine Stelle. „Außerdem wird unsere erste Tochter bald eingeschult. Da ist es besser, wir ziehen jetzt um“, schildert Wollert. So aufregend und vielseitig die vielen Gespräche an den Verhandlungstischen für die Neuordnung der Kirchengemeinde oder das neue Gemeinschaftshaus auch waren, so sehr würde sich Wollert freuen, wenn er sich bei seiner neuen Stelle in Westuffeln mehr um die Menschen kümmern könnte. „Ein wenig mehr Gemeindearbeit wäre schon nicht schlecht.“

• Der Verabschiedungsgottesdienst für Pfarrer Wollert findet am Sonntag, 26. Februar, ab 17 Uhr in der Kirche Hattendorf statt.

Von Juri Auel

Quelle: HNA

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