Thorsten Schäfer-Gümbel warb für eine neue Politik und traf die Seele der SPD

Den Wechsel fest im Blick

Kämpferisch: Bei einem Wahlauftritt in der Bilsteinhalle in Besse schwor Thorsten Schäfer-Gümbel die Genossen auf den Wahltag ein. Foto: Schmitt

Besse. Auf den letzten Metern vor der Wahl gilt es zu punkten. Das machte Thorsten Schäfer-Gümbel, SPD-Landsvorsitzender und Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten, gestern Abend in der Bilsteinhalle in Edermünde-Besse deutlich.

Mit einer packenden Rede schwor er die Genossen auf einen Politikwechsel in Hessen ein. Der sei nur mit einer starken SPD möglich, streichelte er die Seele der Genossen. „Wir werden in den kommenden Tagen deutlich machen, dass weitere fünf Jahre Stillstand mit CDU und FDP schlecht für Hessen sind“, sagte Schäfer-Gümbel und erntete dafür kräftigen Applaus. Bildung, Ordnung auf dem Arbeitsmarkt und Fortschritte bei der sozialen Gerechtigkeit seien Ziele einer SPD-geführten Landesregierung.

Vertrauen gewinnen

Nahezu beschwörend wiederholte er, dass ein Wechsel in der Politik zu schaffen sei. Dabei versuchte er, die Unterschiede zur CDU heraus zu arbeiten, erinnerte an die Schmähungen, die er und die SPD vor fünf Jahren ertragen mussten. Er wolle jedoch nicht mit gleicher Münze zurückzahlen. Sein Ziel sei vielmehr, Vertrauen zu gewinnen und Antworten auf Fragen zu geben.

Ein zentrales Thema Schäfer-Gümbels war der Arbeitsmarkt. Schlecht sei es zum Teil um die Löhne in Deutschland bestellt. So arbeiteten sieben Millionen Menschen für einen Stundenlohn von weniger als acht Euro. Seine Schlussfolgerung: Es muss einen flächendeckenden Mindestlohn geben, um dem ein Ende zu bereiten.

Einen weiteren Unterschied zur Union machte er in der Bildung aus. Noch immer bestimme der Geldbeutel der Eltern über die Bildungschancen der Kinder. „Damit muss Schluss sein“, rief er unter dem Applaus der knapp 100 Zuhörer. Beruf, Familie und Schule müssten vereinbar sein. Deshalb wolle die SPD richtige Ganztagsschulen einführen.

Doch weitesten längen SOD und die CDU-Regierung beim Thema Gerechtigkeit auseinander. Steuerhinterziehung und Steuerflucht dürfe es nicht geben. Während ein Mittelständler seine Steuern zahle, „rechnen sich Unternehmen wie Starbuck oder Google mit Milliardenumsätzen in Deutschland bettelarm“. Schäfer-Gümbel plädierte dafür, Steuerschlupflöcher zu schließen, Steuer-CDs anzukaufen und ein richtiges Steuerabkommen mit der Schweiz zu vereinbaren.

Die Wahl am 22. September entscheide über die künftige Richtung. Nach Umfragen werde es „super knapp in Hessen“. Doch ein Wechsel sei möglich. Und das hänge am Programm und einer „einzigartigen Mannschaft“. Mit einem Team, in dem Günter Rudolph, der für Verkehr und Infrastruktur vorgesehen sei, und das bereit sei zu Veränderungen, sei es zu schaffen. „Es kommt nur auf uns an“, sagte er unter dem Beifall der Zuhörer.

Von Rainer Schmitt

Quelle: HNA

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