854 Stimmen für den Kindergarten

Wegen Schweine-Geruchs gefährdet: Ortsbeirat will Mardorfer Kindergarten mit Petition erhalten

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Sie wollen den Kindergarten im Gemeinschaftshaus erhalten: Der Ortsbeirat um Ortsvorsteher Fritz Vaupel (Zweiter von links) übergab eine Liste mit über 850 Namen an Vizelandrat Jürgen Kaufmann (Zweiter von rechts). Rechts Bürgermeister Dr. Nico Ritz. 

Mardorf. Der Ortsbeirat von Mardorf und der Elternbeirat der Mardörfer Kindergartens haben eine Petition an den Vizelandrat übergeben. Damit setzen sie sich für den Erhalt der Kita ein.  

Von den fast 400 Mastschweinen, die neben dem Dorfgemeinschaftshaus in Homberg-Mardorf in einem landwirtschaftlichen Betrieb gehalten werden, riecht man die meiste Zeit nichts. So wie am vergangenen Donnerstag, als der Ortsbeirat eine über 850 Unterschriften umfassende Petition an den Vizelandrat Jürgen Kaufmann übergab.

Damit kämpfen der Ortsvorsteher Fritz Vaupel und viele Eltern für den Erhalt ihrer „Mardörfer Mäuse“, des Kindergartens im Dorfgemeinschaftshaus (DGH). Denn ein Gutachten, das für eine Baugenehmigung zur Erweiterung des Kindergartens gestellt wurde, stellte zu hohe Geruchsemissionen durch den benachbarten Schweinemastbetrieb fest. Das bedeutet: Keine Baugenehmigung und dadurch keine verlängerte Betriebsgenehmigung mehr. Der Kindergarten bangt derzeit um seine Zukunft.

Vizelandrat Jürgen Kaufmann nahm die Unterschriftensammlung auf dem Gelände des Kindergartens entgegen und wird sie an den Petitionsausschuss des Hessischen Landtags leiten. Er machte dem Ortsbeirat aber keine Hoffnungen. Er sehe keine Chance, dass der Kindergarten im DGH erhalten bleiben könne. Man müsse sich nach dem Gutachten des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Bau richten.

„Wenn wir sehenden Auges sagen, ‘Wir verstoßen gegen alle Normen‘, machen wir einen Fehler“, betonte Kaufmann. Allergien nähmen zu, und Eltern reagierten zunehmend sensibler. Man wolle die Gesundheit der Kinder nicht in Gefahr bringen. Außerdem wolle man vermeiden, dass das Ausstellen einer Baugenehmigung für die Erweiterung des DGH in zukünftigen Schadensersatzforderungen münde.

Die Alternative für den Kindergarten bedeutet daher ein Neubau, denn im DGH könne er nicht bleiben: Die Situation, unter der der Kindergarten fast 40 Jahre lang betrieben wurde, habe sich laut Kaufmann verändert. Auch mit Blick auf die U3-Betreuung, die nun angestrebt werde, seien bauliche Veränderungen nötig, führte Kaufmann aus. Und eben für diese fehle die Baugenehmigung.

Man kenne nun die Argumente beider Seiten, äußerte sich Ortsvorsteher Vaupel nach dem Gespräch mit dem Vizelandrat. „Wir werden trotzdem alles tun, um diesen Standort zu erhalten“, betonte er.

Neubau an anderem Ort

Derzeit hat die Stadt Homberg zwei potenzielle Standorte für den Neubau des Kindergartens ins Auge gefasst. Beide Grundstücke sind etwa 5000 Quadratmeter groß und liegen einige Straßen weiter am nördlichen Ende Mardorfs – und in einem Bereich, der laut des Gutachtens unbedenklich ist. Der Neubau würde nach Angaben von Bürgermeister Dr. Nico Ritz etwa 200 000 Euro mehr kosten, als die geplante Erweiterung, die etwa 600 000 Euro kosten würde. Andererseits könne ein moderner Kindergarten für zwei Gruppen entstehen, der den baulichen Richtlinien für eine U3-Betreuung entspreche.

Quelle: HNA

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