38-jähriger Angeklagter trat besonders aggressiv auf

Wegen Sicherheitsbedenken: Amtsgericht vertagt Prozess in Fritzlar

Fritzlar. Wegen Sicherheitsbedenken ist am Dienstag der Prozess gegen einen 38 Jahre alten Mann vor dem Amtsgericht Fritzlar geplatzt.

Nun soll am 14. November ab 9 Uhr neu verhandelt werden. Das teilte Richterin Corinna Eichler eine Stunde nach Beginn der Verhandlung mit.

Der vorbestrafte Angeklagte sitzt derzeit in der Justizvollzugsanstalt Kleve wegen eines anderen Urteils eine viereinhalbjährige Haftstrafe ab. Neu angeklagt ist er wegen neun verschiedener Straftaten, die er in Homberg, Wabern und Frielendorf begangen haben soll.

Dabei geht es unter anderem um Beleidigung und Widerstand gegen Polizeibeamte, Körperverletzung, Sachbeschädigung, den Missbrauch des Polizei-Notrufes Urkundenfälschung sowie Fahren ohne Fahrerlaubnis. In der Anklageschrift sind übelste Schimpfworte bis hin zur Fäkalsprache enthalten, mit denen der 38-Jährige nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Beamte der Polizeistation Homberg beleidigt und bedroht haben soll.

Unter anderem habe er die Polizisten als Hurensöhne und Arschlöcher bezeichnet. In Frielendorf soll er gedroht haben, eine Frau zu vergewaltigen, nachdem er eine Fensterscheibe zertrümmert hatte. Den Hauseigentümer beleidigte er laut Staatsanwaltschaft als „Scheiß Nazi”.

Sein Mandant wolle zunächst schweigen, sagte der Pflichtverteidiger. Der Angeklagte lehnte sogar die Angaben zur Person ab, wollte auch seine Nationalität nicht nennen. Während des Verlesens der Anklage lachte und grinste er mehrfach in Richtung Richterin und Staatsanwältin.

Nach einer kurzen Unterbrechung gab Richterin Eichler den neuen Termin bekannt. Es bestehe Fluchtgefahr. Sicherheitsbedenken gebe es im Hinblick auf die Verfahrensbeteiligten, vor allem die Zeugen.

Sieben Zeugen geladen

Sieben Zeugen waren am Dienstag zur Hauptverhandlung geladen, darunter sechs Polizei-Oberkommissare. Nach dem Beginn der halbstündigen Pause waren im Gericht zusätzliche Wachtmeister und Polizei erschienen. Es sei nicht sinnvoll, den Mann an Handschellen und Fußfesseln zu legen, sagte die Richterin vor dem Gerichtssaal, als sie die Zeugen entließ.

Quelle: HNA

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