Hessencourrierradweg im besonderen Blickpunkt der 21. Landradstour

Wegenetz mit Lücken

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Drahtesel statt Dienstwagen: Die 21. Landradtour führte Kreischef Uwe Schmidt (Zweiter von rechts) mit rund 35 Radsportfans am Samstag durch die spätsommerliche Landschaft von Hoof zum Hohen Dörnberg.

Zierenberg. Die Liste des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) für Verbesserungen am Hessencourrierradweg ist lang. „Dieser touristische Radweg gehört zu den Sorgenkindern, und wir sind uns einig, dass wir über eine neue Streckenführung nachdenken müssen“, teilt Landrat Uwe Schmidt die Auffassung der Radexperten vom ADFC-Kreisverband.

Eine Neukonzeption der Route werde sich nicht von heute auf morgen umsetzen lassen, mit den Planungen sollte allerdings begonnen werden, so Schmidt während des radverkehrspolitischen Gesprächs, das im Rahmen der Landradtour im Naturparkzentrum auf dem Hohen Dörnberg stattfand.

Die Probleme des Hessencourrierradwegs, der von Kassel nach Naumburg führt, beginnen bereits im Kasseler Stadtteil Nordshausen. „Hier müssen sich die Radwanderer eine bis zu 15prozentige Steigung mit mehr als 70 Höhenmetern nach Altenbauna hoch quälen“, berichtet der Radverkehrsbeauftragte des Landkreises Rudi Roy. Sinnvoller sei es, eine neue Route parallel zur Bahnstrecke zu planen, die die Bahnunterführung der A 44 nutze.

Name zur Unrecht

Ab Breitenbach trage der Hessencourrierradweg seinen Namen zu Unrecht, da er weit entfernt von der Bahnstrecke verläuft. Hier müsste man einen neuen Weg entlang der Hessencourrierstrecke anlegen, um an der Landesstraße 3220 nach Sand zu kommen, so Schmidt. Allerdings sei die Finanzierung zurzeit nicht leistbar.

Mit einer neuen Radwegverbindung, die zum Teil vorhandene Wirtschaftswege nutzen könnte, würden dann auch Ortsverbindungen zwischen Bad Emstal-Sand, Balhorn, Altenstädt und Naumburg entstehen, die derzeit noch komplett fehlen.

Fehlender Lückenschluss

Bereits länger auf der Radfahragenda steht der Ausbau des Warmetalradwegs. Da die Landesstraße 3220 als Zubringer zur Autobahn immer stärker befahren wird, sei die aktuell ausgewiesene Radroute auf der Straße „nicht mehr vermittelbar“, so Roy. Als Lösung komme der Ausbau von vorhandenen Wirtschaftswegen zwischen Breitenbach und Ehlen in Betracht, für die es auch Fördergeld des Landes gibt. „Aber auch hier können Gemeinden mit defizitären Haushalten wie Schauenburg aktuell nicht die Komplementärmittel aufbringen“, bedauert der Landrat.

Weitere Themen des Gesprächs waren fehlende Lückenschlüsse im Radtourismusnetz im Landkreis. Noch keine Verbindung gibt es beispielsweise zwischen Warmetalradweg und dem Hessischen Radfernweg R 4 zwischen Mühle Laar und Obermeiser. Auch zwischen Wolfhagen und Istha an der B 450 und der L 3214 zwischen Altenhasungen und Nothfelden fehlen Radwege.

„Wir haben im Landkreis ein größtenteils gut ausgebautes touristische Radroutennetz - im Alltags-Radverkehr besteht allerdings noch Nachholbedarf“, fasst Landrat Schmidt die Ergebnisse des Fahrradgipfels mit dem ADFC zusammen. Die schwierige kommunale Finanzlage erlaube aber keine großen Sprünge bei der Optimierung des Radwegenetzes. (red/bic)

Quelle: HNA

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