Wegweiser für Helfer: Hans-Hagen Augst entwarf Rettungsaufkleber 

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Kleiner Lebensretter: Hans-Hagen Augst, links, entwickelte einen Aufkleber, der im Notfall den Rettungskräften zeigt, wo die Rettungskarte liegt. Werner Heise von der Dekra ist begeistert.

Oberbeisheim. Das Wort Rettungskarte und ein Hinweispfeil, mehr steht nicht auf dem kleinen, runden Aufkleber. Fast unauffällig klebt er an den Seitenscheiben der Autos von Hans-Hagen Augst.

Doch im Notfall kann ihm dieser Hinweis vielleicht das Leben retten. Der 59-jährige Rentner aus Oberbeisheim entwarf einen Aufkleber, der bei einem Unfall den Rettungskräften den Weg zum Bauplan des Wagens zeigt. Dass es gut ist, diesen Plan als Rettungskarte im Auto zu haben, darüber hatte sich der 59-Jährige bisher keine Gedanken gemacht.

Er fährt kein Gas-oder Hybridbetriebenes Auto. Bei diesen Fahrzeugen mit alternativen Antrieben haben die Retter oft Probleme, weil sie nicht wissen wo Gas- und Stromleitungen verbaut sind (HNA berichtete). Augst rechnete deshalb nicht mit möglichen Schwierigkeiten bei einer Rettung.

Dies änderte sich allerdings im Mai: Damals kam er ins Gespräch mit einem Feuerwehrmann, der von einer schwierigen Rettung eines Unfallopfers berichtete. Um die Rettungsschere ansetzen zu können, mussten sie erst herausfinden wo sich die Airbags genau befanden.

Beim Einsatz der Rettungsschere kann deren Druckzylindern ausgelöst werden. „Die Rettung hat deshalb eine Viertelstunde länger gedauert als notwendig“, berichtet Hans-Hagen Augst. Er stöberte durchs Internet und fand die Baupläne für seine beiden Autos. „Ich habe sie ausgedruckt, laminiert und in die Autos gelegt.“

Die Feuerwehr empfiehlt, diese Rettungskarten hinter die Sonnenblende zu klemmen. Das findet Augst allerdings nicht so praktisch, da die Karten oft herausrutschen würden. Deshalb überlegte er, wie man den Rettungskräften den Weg zum Bauplan weisen kann. „Und da sind mir die Aufkleber eingefallen.“ Dank der Aufkleber wissen die Retter sofort, dass eine Rettungskarte im Auto liegt und wo sie zu finden ist.

Nun hatte Augst Besuch von Dekra-Mitarbeiter Werner Heise. Der 54-jährige Fahrzeugprüfer aus Göttingen ist Mitglied bei der Feuerwehr und begeistert von der Idee: „Im Notfall können diese Aufkleber Leben retten.“ Für die Feuerwehr seien vor allem die Druckzylinder der Airbags ein Problem, die in jedem Wagen anders verbaut seien. Heise rät dazu, die Rettungskarten immer hinter die Sonnenblende zu klemmen.

Wenn es sich ergibt, möchte Augst die Rettungskarten und Aufkleber auch zum Verkauf anbieten. „Ein Gebrauchsmusterschutz beim Patentamt habe ich schon beantragt.“

Info: Viele Baupläne gibt es auch unter: www.adac.de

Quelle: HNA

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