Nach Giftunfall: Brandschützer stellen eigene Pläne für das Gensunger Gelände am Sankt-Albans-Weg vor

Feuerwehrhaus: Wehr will Container statt Anbau

Felsberg. Nach dem Einsatz bei einem Giftunfall in Homberg drängt die Feuerwehr Felsberg auf eine Entscheidung in Sachen Gensunger Feuerwehrhaus. Sollte es dort zu einem Erweiterungsbau kommen, werde man sich an den Bauarbeiten nicht beteiligen, kündigten Mitglieder der Einsatzabteilung an. Die Wehr selbst favorisiert eine Container-Lösung.

Der Feuerwehrtechnische Prüfdienst hatte schon vor längerer Zeit Mängel auf dem Gelände am Sankt-Albans-Weg festgestellt. Dort gibt es beispielsweise keine Duschen, was sich in der vergangenen Woche nach Wehrangaben nach der Entgiftung von etwa 200 Betroffenen beim Homberger Chemieunfall als Gesundheitsrisiko erwies. Denn nach dem Wechseln der Einsatzkleidung habe man sich nicht abduschen können.

„Wie gefährlich das Ganze war, hat die Tatsache von 20 verletzten Einsatzkräften gezeigt“, sagte Wehrführer Hartmut Wagner. Auch ans Reinigen der Kleidung wolle niemand ran. Wagner: „Zurzeit habe ich 20 Leute ohne Einsatzkleidung.“

Anbau für 550 000 Euro

Wagner sprach in Sachen Feuerwehrhaus von einer unendlichen Geschichte. Mängel seien der Stadt bereits 1999 vorgetragen worden. Lösungsvorschläge seien aufgrund des zu kleinen Geländes unbefriedigend geblieben. Auch die aktuelle Planung eines Anbaus für fast 550 000 Euro biete keine Perspektive für eine langfristig sinnvolle Entwicklung des Geländes. Wagner: „Wir haben dann zwar eine top Umkleide, Duschen und Jugendräume, aber alles andere bleibt schlecht und wird sogar noch schlechter.“ So müssten mit einem Erweiterungsbau beispielsweise die Einsatzfahrzeuge in eine kleinere Halle verlegt werden, beim Rangieren im Alarmfall könnten daraus lebensgefährliche Situationen entstehen.

Als Ausweg aus dem Dilemma schlug Wagner vor, für etwa 200 000 Euro mehrere hochwertige Container aufzustellen und darin unter anderem die sanitären Anlagen unterzubringen. Zu den Vorteilen dieser Lösung gehöre unter anderem, dass auf dem engen Areal am Sankt-Albans-Weg eine getrennte Zu- und Abfahrt geschaffen werden könne. Wagner: „Mit den Containern haben wir alles, was die Mannschaft braucht.“

Entscheidung ist gefallen

„Wir wollen keinen Schnellschuss“, sagte Bürgermeister Volker Steinmetz bei der Versammlung. Die politische Entscheidung für die Weiterentwicklung des Geländes sei gefallen. Dabei habe die Verwaltung auch das Aufstellen von Containern geprüft, deren Kosten Architekten allerdings auf 300 000 Euro schätzten. Der Vorschlag biete Vorteile, so Steinmetz, löse aber nicht die Probleme. Sollte es zu einem Erweiterungsbau kommen, „hoffe ich, dass ihr euch mit Eigenleistung einbringt“, sagte Volker Steinmetz.

1000 Stunden Eigenleistung wären in einem solchen Fall üblich, sagte Bernd Simon von der Felsberger Einsatzabteilung am Rande der Veranstaltung. Bei einer Besprechung der Aktiven hätten sich allerdings 70 Prozent gegen einen Anbau ausgesprochen, weil der keine langfristige Lösung für die bestehenden Probleme biete – und nur ein Aktiver habe Bereitschaft signalisiert, beim Errichten eines Anbaus selbst Hand anzulegen. (lgr)

Quelle: HNA

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