Gemeindevorstand lehnte Bestätigung für Schönauer ab

Wehrführer aus Gilserberg soll Kontakt zur rechten Szene haben

Gilserberg. Die Feuerwehrmitglieder des Gilserberger Ortsteils Schönau wählen zum zweiten Mal in diesem Jahr einen Wehrführer. Der Gemeindevorstand der Kommune im Gilserberger Hochland hat die Vereidigung des im April gewählten Wehrführers zum Ehrenbeamten abgelehnt.

Diese Entscheidung bestätigte Bürgermeister Rainer Barth. Der Vorstand habe bei seiner Entscheidung Gründe berücksichtigt, die in der Person des Gewählten liegen, so Barth.

Der Schönauer hatte sich in sozialen Netzwerken weltkriegsverherrlichenden Gruppen angeschlossen und Musik rechter Gruppen veröffentlicht, darüber berichteten der Hessische Rundfunk und die Frankfurter Rundschau bereits 2010. Auch soll er öffentlich Symbole der rechten Szene getragen haben. Dennoch gilt er laut Internetauftritt der Gemeinde seit dem 26. April als Wehrführer.

Der 31-jährige Schönauer sagte, er habe ein Schreiben des Bürgermeisters bekommen, in dem ihm mitgeteilt worden sei, dass er nicht zum Ehrenbeamten ernannt wird. „Ich wurde nie gehört, konnte mich nicht äußern“, klagte er. Der 31-jährige Schönauer erklärte, er selbst wisse nicht, wie der Gemeindevorstand seine Entscheidung begründete. Zu seiner politischen Einstellung wollte er sich gegenüber der HNA nicht äußern.

Gemeindebrandinspektor Markus Böse sagte, im Dienst der Feuerwehr sei der Schönauer nie auffällig gewesen. Der Mann erfülle aber nicht die Voraussetzungen, um als Wehrführer tätig zu sein, er habe nicht alle Lehrgänge absolviert. Elf aktive Feuerwehrleute halten derzeit in Schönau die Stellung. Der 31-Jährige will weiter im Verein bleiben: „Das bin ich der Feuerwehr schuldig“, sagte er.

Ortsvorsteher Lothar Dietrich sorgt sich unterdessen um das Ansehen des Ortes: „Ich habe Bedenken, welches Licht dies auf Schönau wirft.“ Denn rechte Umtriebe gebe es im Dorf nicht.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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