Sammeln, Putzen und Kochen

Pilzexperte Jürgen Kaiser gibt Tipps für Anfänger

Reiche Ausbeute: Pilzexperte Jürgen Kaiser sammelte verschiedene Pilzsorten bei einem Gang in die Schwälmer Wälder. In der Hand hält er einen Champignon. Fotos: Schittelkopp

Treysa. Wenn die Blätter fallen, sprießen die Pilze und Jürgen Kaiser hat schon mehrere Mahlzeiten gesammelt. Der Treysaer ist ein echter Experte, wenn es um das Thema Pilze geht.

Er kennt die Sorten, er findet rasch die begehrten Exemplare in den heimischen Wäldern und kann seine Ausbeute schmackhaft zubereiten. Hier verrät der pensionierte Lehrer seine Tipps.

Pilzanfängern rät der 74-Jährige, sich beim Sammeln auf einige wenige Sorten zu konzentrieren, die essbar sind und gut schmecken (siehe Artikel unten). „Es gibt Exemplare, die sind zwar essbar, schmecken aber nicht“, sagt Kaiser. Als Kind war er mit seiner Mutter häufig im Wald, um Pilze zu sammeln, denn dort wachsen gute Speisepilze. „Das Suchen hat mir immer viel Spaß gemacht“, erzählt er. Mit seinem Hobby hat er mittlerweile auch seinen elfjährigen Enkel angesteckt.

Noch immer wachsen in unseren heimischen Wäldern, Pilzarten, die unbekannt sind. Wenig wissenschaftlich erforscht, sind zudem die Gifte einzelner Arten. Ein Beispiel dafür sei die so genannte Bauchwehkoralle, ein Pilz sei zwar schön anzusehen, verfügt allerdings über wenig Fleisch und sei nicht zu genießen. Jürgen Kaiser rät deshalb Anfängern, sich ein Buch zu kaufen, in dem essbare Pilze und giftige Exemplare zum Vergleich einander gegenüber gestellt sind.

Gesammelt werden kann laut dem Experten fast das ganze Jahr über. Im Mai wachsen die ersten Maipilz, im Juni dann die Pfifferling, später sprießen die Sommersteinpilze. Die Hauptsaison ist natürlich der Herbst. „Meine Erfahrung ist, dass nach einer Trockenperiode die Pilze sprießen – eine wahre Explosion“, sagt Kaiser.

Pilzsucher dürfen zudem nur für den Eigenbedarf sammeln, verkauft werden darf die Ausbeute aus dem Wald nicht. Mit seinem geschulten Auge hat Kaiser nach vier bis fünf Kilometern eine Mahlzeit gesammelt. Hat man in einem Jahr eine gute Stelle gefunden, muss das nicht bedeuten, dass auch im darauffolgenen Herbst dort viele Pilze wachsen. „Der Wald verändert sich stetig“, so der Treysaer. Hat man ein bekanntes Exemplar gefunden, sollte der Pilz herausgedreht und nicht abgeschnitten werden. Und: „Nur junge Pilze sammeln. Ist der Hut schon weich, immer stehen lassen“, lautet der Rat von Jürgen Kaiser.

Hat er seine Ausbeute nach Hause gebracht, geht es ans Putzen. „Nicht waschen“, so das Credo von Kaiser. Die Pilze würden dann zu wässrig. Am besten einfach abbürsten oder abschaben. Wer die Pilze nicht sofort essen möchte, kann sie auch einfach ungekocht einfrieren. Jürgen Kaiser bereitet sie ganz einfach zu: Pilze in Scheiben schneiden, Zwiebeln andünsten, Pilze dazu geben und braten, mit Salz, Pfeffer und ein wenig Knoblauch würzen. „Lecker, auch auf Butterbrot.“

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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