Konzertveranstalter Weiffenbach zieht sich zurück

Am Bass: Ein Leben ohne Musik ist für Dennis Weiffenbach nicht nicht mehr denkbar, ohne Veranstaltungen in Zierenberg hingegen schon. Nach knapp vier Jahren beendet er sein Engagement für die lokale Musikszene. Foto:  Hoffmann

Zierenberg. Musik ist seine Leidenschaft, die Organisation von Konzerten sein Faible. Beides bestimmt den 21-jährigen Dennis Weiffenbach aus Zierenberg seit Jahren, und doch hat er sich am Samstag von der großen Bühne verabschiedet – zumindest von der im Zierenberger Jugendzentrum.

Der Hobby-Konzertveranstalter hat sich entschieden, mit einem letzten Gig einen Schlussstrich zu ziehen, nach knapp vier Jahren Konzerte „made by Dennis Weiffenbach“. Angefangen hatte alles vor rund vier Jahren nach einem Auftritt beim Wolfhager Newcomer on Stage Festival, als die Zierenberger Stadtjugendpflege auf der Suche nach jungen Bands aus der Umgebung war. „Ich dachte mir, ein Auftritt in Zierenberg könnte ebenso gut werden wie in Wolfhagen, wenn man es nur richtig angehen würde.“

Gemeinsam mit Jugendpflege

Ein handfestes Konzept habe er damals zwar noch nicht in der Tasche gehabt, doch aber einige brauchbare Ideen. Mit denen lief er bei den Stadtjugendpflegern offene Türen ein und im Nu hatte er seinen ersten Job in der Tasche. Flyer verteilen, Plakate kleben, Promotion im Internet – beschränkte sich sein Einsatzbereich anfangs noch auf die Werbung, sollte sich mit der vierten Veranstaltung alles ändern. „Beim Sundown Metalfest an Halloween vor drei Jahren war ich mit Herzblut dabei“, so der junge Musiker. Flyer und Plakate gestalten, geeignete Bands verpflichten, Technik organisieren und die Werbetrommel rühren. „Ich bin an die ganze Sache einfach mit der Gewissheit herangegangen, dass es schon gut laufen würde und war fasziniert, welche Besuchermassen kamen.“

„Zierenberg hat zwischen Einöde und monotoner Kneipenatmosphäre etwas an Jugendkultur verloren.“

Doch aller Erfolg konnte irgendwann nicht mehr darüber hinweg täuschen, dass die Gegebenheiten in Zierenberg mit Weiffenbachs mittlerweile gewachsenen Ansprüchen in Sachen professioneller Konzertveranstaltung nicht mehr konform gehen.

Ein weiterer Grund seien die rückläufigen Besucherzahlen und auch mangelnde Zeit, da er selbst als Bassist mit seiner Band Cold War Everyday an den Wochenenden häufig auf der Bühne stehe. Mit der Tatsache, dass es immer wieder Beschwerden wegen „Lärmbelästigung der Verrückten“ gegeben habe, habe seine Entscheidung hingegen nichts zu tun: „Es mag komisch klingen, aber Abneigung und Nicht-Anerkennung haben mir als Dank schon gereicht, somit ist das Dorf mal wieder wachgerüttelt worden.“

Ein Comeback ist für den engagierten jungen Mann ausgeschlossen, zumindest in Zierenberg: „In Kassel lässt sich alles viel leichter organisieren, die Aufgabenverteilung ist anders und mir fällt nicht mehr so viel Arbeit in den Schoß“, sagt der Auszubildende zum Sozialassistenten. Ein Verlust für seine Heimatstadt? Dennis Weiffenbach: „Zierenberg hat zwischen Einöde und monotoner Kneipenatmosphäre etwas an Jugendkultur verloren, ja!“

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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