Bundeswehrsoldat Torsten Löwer und seine Familie leben für drei Jahre in Südfrankreich

Weihnachten in der Provence

Heimat auf Zeit: Die Schwarzenborner Familie, von links Leonie, Elena, Torsten und Susanne Löwer, lebt seit einem halben Jahr in Südfrankreich, dort arbeitet der Bundeswehrsoldat an der Deutsch-Französischen Fliegerschule in Le Luc.

Schwarzenborn. In den nächsten drei Jahren steht bei der Familie Löwer aus Schwarzenborn nicht die robuste Knülllandschaft auf dem Programm, sondern die liebliche Gegend der Provence. Da, wo andere Urlaub machen, werden die Löwers ihren Alltag gestalten.

Der Berufssoldat Torsten Löwer arbeitet im Deutsch-Französischen Heeresfliegerausbildungszentrum Tiger in Le Luc in Südfrankreich. Im Juli rollte der Umzugslaster von Schwarzenborn in Richtung Nizza, inzwischen haben sich der Soldat, seine Frau Susanne und die beiden Töchter Leonie und Elena im neuen Haus schon eingelebt, fleißig die Sprache und auch schon etwas von der französischen Lebensart kennengelernt. „Weihnachten haben wir allerdings ganz traditionell mit einem Tannenbaum gefeiert“, erklärt der 41-jährige im Gespräch mit der HNA.

Am Heiligabend besuchten die Löwers den Gottesdienst in Aix en Provence, die beiden Töchter wirkten beim Krippenspiel mit. Am zweiten Weihnachtsfeiertag gab’s eine ganz besondere Überraschung für die Schnee gewohnte Schwarzenborner Familie: Es schneite - allerdings war das nur ein kurzes Intermezzo. Am Stützpunkt, „la Base de Le Luc“, ist Stabsfeldwebel Torsten Löwer der sogenannte Mat-Dispo-Feldwebel und damit zuständig für die Lieferung der Ersatzteile für den Kampfhubschrauber Tiger - „überwiegend Arbeit am Computer“, erklärt der 41-jährige Soldat.

Die Töchter Leonie und Elena besuchen ganztägig die 5. und 2. Klasse der Grundschule, die in Frankreich auf fünf Jahre ausgelegt ist.

Der Unterricht findet teilweise auch in deutscher Sprache statt, überwiegend aber müssen die jungen Schwarzenbornerinnen französisch sprechen. „Eine zweite Sprache wie die Muttersprache lernen zu können, das ist für die beiden eine Riesenchance“, sagt Löwer.

Drei Jahre Südfrankreich - das sehen alle vier Löwers als Glücksfall. Entbehren müssen sie einige Dinge, die sie aus dem deutschen Alltag gewohnt sind. Das wiederum wiegen die neuen Erfahrungen auf, meint Torsten Löwer.

 Auch wenn Schlagsahne, Graubrot und Klöße auf dem Speiseplan der Löwers fehlen, sie werden ersetzt von mediterranen Muschel- und Fischspeisen, und der Gemüseeintopf heißt jetzt Ratatouille. Das Weihnachtsmenü der Löwers war typisch für die Region. Es gab einen kastrierten Masthahn: einen Kapaun - „un chapon“.

Von Sylke Grede

Hintergrund

Das Deutsch-Französische Heeresfliegerausbildungszentrum Tiger ist im französischen Le Luc beheimatet. Die Stadt mit 9000 Einwohnern liegt etwa 25 Kilometer vom Mittelmeer entfernt zwischen Nizza und Marseille.

 Seit Juli 2003 lernen deutsche und französische Piloten dort den Kampfhubschrauber Tiger zu fliegen. Da der Tiger ein deutsch-französisches Gemeinschaftsprojekt ist, gibt es in beiden Ländern Montagehallen und Ausbildungseinrichtungen. Die Techniker beispielsweise werden in Faßberg in der Lüneburger Heide ausgebildet, zusammengesetzt wird der Tiger in Donauwörth (Bayern) und Marignane (Frankreich). Sechs Tiger fliegen auch in Fritzlar beim Kampfhubschrauberregiment 36 (syg)

Quelle: HNA

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