Drei Brände in drei Jahren: Eigentümer der Weißenthalsmühle vor Gericht

März 2008: Der erste Brand zerstörte im Frühjahr 2008 das ursprüngliche Gebäude des Ausflugslokals vollständig, das Haus wurde wieder aufgebaut, die Versicherung zahlte.

Niedenstein. Die Brandserie an der Weißenthalsmühle in Kirchberg hatte die Region über drei Jahre in Atem gehalten: Den Eigentümern und mutmaßlichen Brandstiftern wird jetzt der Prozess gemacht.

Das bestätigt die Staatsanwaltschaft Kassel. Der Prozess soll voraussichtlich am 20. August vor der Großen Strafkammer des Kasseler Landgerichts beginnen. „Sechs Verhandlungstage sind angesetzt“, sagt Dr. Götz Wied, Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Januar 2011: Das 3. Feuer zerstörte Waschhaus und Scheune

Angeklagt sind Volker G., Corinna S. und ein 56-jähriger Mann aus Hofgeismar. Die Liste der Vorwürfe ist lang und liest sich kurios (Hintergrund). Dem Trio wird unter anderem gewerbsmäßiger Betrug, schwere Brandstiftung, Anstiftung zur schweren Brandstiftung und Anstiftung zum Betrug vorgeworfen. Volker G. und der Hofgeismarer sitzen seit Oktober in Untersuchungshaft. Corinna S. bekam Haftverschonung. Die Staatsanwaltschaft ist von der Schuld der Angeklagten überzeugt. Nach allen polizeilichen Ermittlungen sei davon auszugehen, dass die drei die Täter sind. Andernfalls wäre keine Klage erhoben worden. Die Beschuldigten stritten aber bis heute alle Taten ab, sagt Wied.

Dezember 2010: Beim zweiten Brand wurde das Wohnhaus der Betreiber ein Opfer der Flammen. alle Fotos:  Archiv

Bei mehreren Bränden an der historischen Weißenthalsmühle in der Gemarkung Kirchberg waren zwar keine Menschen zu Schaden gekommen, aber ein erheblicher Schaden entstanden. Beim ersten Brand der Mühle im Jahr 2008 war diese völlig zerstört worden. In diesem Jahr sollte das beliebte Ausflugslokal nach dem Wiederaufbau öffnen. Das Ehepaar hatte nach dem ersten Brand 910.000 Euro von der Versicherung erhalten.

Oktober 2011: Volker G. schließt das Ausflugslokal.

Für das Wohnhaus sollten weitere 400.000 Euro fließen. Das Mindeststrafmaß für schwere Brandstiftung und deren Anstiftung, das sind die schwersten Vorwürfe, beträgt ein Jahr, das Höchststrafmaß 15 Jahre.

Quelle: HNA

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