45-Jähriger trug zur Aufklärung der Weißenthals-Brandserie bei

Nach Weißenthals-Brandserie: Zeuge lebt seit Aussage in steter Angst

Schwalm-Eder. Nach seiner Aussage gegen den mutmaßlichen Brandstifter der Weißenthalsmühle lebt Rainer B. - Name geändert - in steter Angst um seine Familie. Er wirft Polizei und Staatsanwaltschaft vor, seine Identität nur unzureichend geschützt zu haben.

Rainer B. hat 2011 die entscheidenden Hinweise gegeben, die zur Aufklärung der Brandserie an der Weißenthalsmühle geführt haben.

Der mutmaßliche Brandstifter habe den 45-Jährigen und seine Familie bedroht und eingeschüchtert. Er beschreibt den Mann, den er seit Jahren flüchtig kennt, als gewalttätig und zu allem fähig.

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Seine Aussage habe er nur gemacht, weil ihm in Vorgesprächen zugesichert worden sei, mit seinem Namen sensibel umzugehen. „Ihre Akte landet in Schublade zwei. Die holen wir nur im Notfall raus“, das hätten die Kripo-Beamten zu ihm gesagt.

Ein Vertraulichkeitsversprechen habe es nicht gegeben, sagt die Kasseler Staatsanwaltschaft. Um einen Zeugen und dessen Familie in ein Zeugenschutzprogramm zu nehmen, müsse eine nachweisliche Gefahr für Leib und Leben bestehen, sagt Dr. Götz Wied von der Staatsanwaltschaft. Nur in sehr seltenen Fällen werden zu diesem absoluten Mittel gegriffen, um einen Zeugen zu Schützen. Dies geschehe bei wichtigen Zeugen in Ermittlungen und Prozessen im Bereich der organisierten Bandenkriminalität.

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Um Gefahr für Zeugen abzuwenden, gebe es beispielsweise die Gefährderansprache, erklärt Markus Brettschneider, Sprecher der Polizeidirektion Schwalm-Eder. In den allermeisten Fällen bleibe es bei verbalen Drohungen, die allerdings häufig vorkämen.

Sein Name stand jedoch in den Ermittlungsakten. „Die Gegenseite hat den doch sofort gelesen“, sagt Rainer B. Ein Zeugenschutzprogramm sei ihm nicht angeboten worden, das hätte er abgelehnt. Der Einschnitt wäre zu gravierend gewesen

Von Damai D. Dewert

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Quelle: HNA

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