Weiter Blick über das Tal

Frielendorfer beschäftigt sich mit leistungsstarken Drohnen

Frielendorf. Surrend startet das unbemannte Luftfahrzeug und steigt schnell in die Höhe. Markus Schmerer besitzt zwei leistungsstarke Drohnen und nutzt die Luftfahrzeuge überwiegend beruflich: „Ich spreche lieber von unmanned aerial vehicle oder kurz UAV. Der Begriff Drohne kommt ja ursprünglich aus dem militärischen Bereich.“

Himmlische Aussicht: Ein Blick über Welcherod (Foto oben) zeigt, was für faszinierende Aufnahmen mit einer Drohne gelingen können. Markus Schmerer aus Frielendorf besitzt zwei der leistungsstarken Flieger. Fotos: Haaß

Die Einsatzgebiete sind vielfältig: Mit professionellen UAV kann man nicht nur spektakuläre Luftaufnahmen machen, sondern auch Windräder oder Fotovoltaikanlagen auf Beschädigungen kontrollieren. In der Land- und Forstwirtschaft könnten Drohnen ebenfalls sinnvoll genutzt werden. Weitere Anwendungsmöglichkeiten sieht Markus Schmerer beim Brand- und Katastrophenschutz: „Ein UAV ermöglicht dem Feuerwehreinsatzleiter einen schnellen Blick von oben. Ich komme an Stellen, wo kein Hubschrauber hinfliegt.“

Von günstig bis teuer

Mittlerweile gibt es Drohnen im Handel schon ab 30 Euro. Ab 1000 Euro fängt der professionelle Bereich an. Mit einem Kinderspielzeug haben diese Fluggeräte dann so gut wie nichts mehr gemein. „Ab 100 Euro bekommt man etwas Brauchbares. Nach oben sind keine Grenzen gesetzt“, weiß Schmerer.

Bereits kleinere Drohnen haben eine beeindruckende Reichweite, die größeren fliegen sogar bis zu fünf Kilometer weit und trotzen der Windstärke 5. Mittlerweile sind viele Drohnen mit einer Kamera ausgestattet und ermöglichen so die Sicht aus der Vogelperspektive. Die Steuerung erfolgt bequem mit einem Tablett oder einem Smartphone.

Was viele Menschen nicht wissen, auch Hobbypiloten müssen sich beim Fliegen an Regeln halten. „Mal einfach so durch die Wolken fliegen ist verboten. Man muss seine Drohne immer mit dem bloßen Auge sehen können und darf maximal 100 Meter hochfliegen. Bemannte Luftfahrzeuge haben immer Vorrang“, sagt Markus Schmerer. Grundsätzlich gilt: Egal ob Profi oder Amateur, eine spezielle Haftpflichtversicherung muss jeder abschließen.

Viele Gebäude tabu

Flüge über Menschenansammlungen, Industrie und militärische Einrichtungen sind tabu und auch nachts dürfen die kleinen Flieger nicht aufsteigen. Um Sperrgebiete zu erkennen, ist ein Blick in sogenannte Luftfahrkarten hilfreich. „Es ist auch besser, wenn man nicht ungefragt über fremde Grundstücke fliegt. So mancher Nachbar könnte das missverstehen“, sagt der Frielendorfer schmunzelnd.

Gewerblich genutzte UAVs benötigen eine Aufstiegserlaubnis, welche vom Regierungspräsidium Kassel ausgestellt werden muss. Allein im vergangenen Jahr wurden mehr als 170 Genehmigungen erteilt.

Quelle: HNA

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