Bedarf an barrierefreien Wohnungen steigt – Hauseigentümer müssen umrüsten

Weiter zu Hause leben

Selbstständig leben auch im Alter: Viele informieren sich über altersgerechte Umbaumöglichkeiten für die eigene Wohnung, aber auch über alternative Wohnformen. Archivfoto: Sebastian Widmann/dpa/tmn

Wolfhager Land. Der demografische Wandel macht auch vor den Häusern und Wohnungen in der Region nicht halt. Immer mehr Menschen wollen ihr Zuhause so umbauen und einrichten, dass es ihnen auch im Alter ein selbstständiges Leben ohne Hindernisse ermöglicht.

Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) betreibt in Kassel die Hessische Fachstelle für Wohnberatung. „Unsere eigentliche Aufgabe ist es, Beratungsstellen in ganz Hessen aufzubauen. Wir schulen zum Beispiel Mitarbeiter von Kommunen, die dann selbst Beratungsstellen für ihre Bürger einrichten“, erklärt Claudia Ulrich von der Fachstelle. „Trotzdem bekommen wir sehr viele Anfragen von Privatleuten, die ihr eigenes Haus oder das der Eltern altersgerecht umbauen wollen.“ Die drei am häufigsten gestellten Fragen seien, was man überhaupt tun kann, ob und wo es Zuschüsse gibt und welche anderen Wohnformen wie zum Beispiel betreutes Wohnen für Senioren möglich sind. „Vermieter wenden sich nur sehr selten an uns“, fügt Ulrich hinzu.

Auch im Internet ist die Fachstelle vertreten. „Auf unser Online-Infosystem wurde im vergangenen Jahr über 186 000 Mal zugegriffen“, so Ulrich.

Vermieter müssen handeln

„Es gibt immer mehr alte Menschen, die weiterhin selbstständig in den eigenen vier Wänden leben wollen“, sagt Hubertus Alheid. Der Rechtsanwalt ist Mitglied und juristischer Berater des Haus- und Grundeigentümervereins Wolfhagen. „Deshalb werden die Vermieter nicht umhin kommen, barrierefreie Wohnungen anzubieten.“ Die Vermieter würden sich schon jetzt mit dem Thema auseinandersetzen, wenn Sanierungen anstünden.

„Für einen altersgerechten, barrierefreien Umbau sind besonders Wohnungen im Erdgeschoss prädestiniert“, so Alheid. Treppen seien das größte Hindernis für eine barrierefreie Umgestaltung. „Einen Aufzug in ein Zweifamilienhaus einzubauen, ist normalerweise viel zu teuer.“

Von Patrick Kessler

Quelle: HNA

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