Weiterbau der A49: Erstes Bauwerk bei Frankenhain in einem Monat fertig

Schwalmstadt. Es ist das erste Bauwerk beim Weiterbau der Autobahn 49 im Bauabschnitt zwischen Neuental und Schwalmstadt: Die Brücke bei Frankenhain vor den Toren von Treysa steht kurz vor der Fertigstellung.

In der vergangenen Woche rollten Dutzende Betonmischer an, um den Überbau der Brücke zu betonieren. Ende November ist alles fertig, erklärt Reinhold Rehbein, Sprecher des zuständigen Kasseler Straßen- und Verkehrsamtes (ASV).

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Insgesamt 1500 Kubikmeter Beton und 230 Tonnen Stahl soviel wiegen ungefähr vier Leopard-Kampfpanzer sind in dem imposanten "Überführungsbauwerk", wie es offiziell heißt, verbaut worden.

Mit Rodungsarbeiten wurde die Baustelle ab Mitte Oktober vergangenen Jahres vorbereitet. Die Landesstraße 3155 wurde dafür umgelegt, und Mitte März der erste Spatenstich gesetzt. Im nächsten Jahr wird die Landesstraße zur Bundesstraße 454 umgewidmet, über die Brücke hinweg geführt und an die Autobahn angebunden.

Darunter hindurch führt, irgendwann, mit vier Fahrspuren die A 49. "Mit den Bauarbeiten liegen wir voll im Zeitplan", sagt Rehbein. Rund eine Million Euro wurde für die Brückenüberführung investiert. Doppelt so teuer wird eine sogenannte "Ersatzwasserbeschaffung", an der derzeit parallel gebaut wird: Weil mit den Autobahn-Bauarbeiten ein Wasserschutzgebiet bei Frankenhain berührt wird, muss ein Tiefbrunnen umgesetzt werden. Deswegen wird nordöstlich von Wiera in der Nähe der Ternmühle derzeit ein 140 Meter tiefer Brunnen neu gebohrt. Außerdem wird eine 3,5 Kilometer lange Wasserleitung zum Hochbehälter Igelsheide neu gebaut, erklärt der ASV-Sprecher. Und der Hochbehälter selbst wird vergrößert und technisch neu ausgestattet. Für dieses Projekt sind insgesamt zwei Millionen Euro fällig.

Das nächste Bauprojekt wird ungleich größer: Ende nächsten Jahres beginnen ein paar hundert Meter nördlich der Überführung die Arbeiten am Tunnel Frankenhain. Derzeit läuft die Ausschreibung für den knapp 900 Meter langen Tunnel, sagt Rehbein. Mindestens vier Jahre Bauzeit seien dafür veranschlagt, etwa 40 Millionen Euro als Bausumme geschätzt. Mit der neuen Brücke bei Frankenhain sei zudem die kommende Großbaustelle besser erreichbar. Das sei auch der vorrangige Grund, warum man mit dem Weiterbau der A 49 im ersten Abschnitt an dieser Stelle angefangen habe und nicht am jetzigen Autobahn-Ende bei Neuental.

Hintergrund

Rest alter Pläne ist zugewachsen

Keine Rolle mehr beim aktuellen Weiterbau der A 49 spielt ein längst zugewachsenes Brückenbauwerk bei Schlierbach, sagt ASV-Sprecher Reinhold Rehbein: Für das Bauwerk war vor rund 20 Jahren schon Wald gerodet und Mutterboden abgeschoben worden bis schließlich ein Planfeststellungs-Beschluss zurückgezogen und die damalige Planung gekippt wurde. (jkö)

Drei Abschnitte

Die Autobahn 49 soll mit einer Länge von insgesamt 43 Kilometern vom heutigen Bauende Neuental-Bischhausen aus durch die Landkreise Schwalm-Eder, Marburg-Biedenkopf und den Vogelsbergkreis nach Gemünden/Felda weitergebaut und mit der A5 verknüpft werden. Der Ausbau ist in drei Abschnitte unterteilt: Neuental bis Schwalmstadt: Länge 11,8 Kilometer; Baukosten: etwa 205 Millionen Euro. Schwalmstadt bis Stadtallendorf: Länge 13,3 Kilometer; Baukosten: etwa 115 Mio. Euro; Stadtallendorf bis Gemünden (Felda): Länge 17,5 Kilometer; Baukosten: etwa 220 Mio. Euro.

Von Jürgen Köcher

Quelle: HNA

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