SPD weitet Rittergut-Projekt aus – Opposition kritisiert Vorgehen

Rittergut Malsfeld: 50 Prozent der Gebäude auf dem Gelände sind bereits abgerissen. Entstehen soll nun ein Ärztehaus. Außerdem ist auf dem Gelände Platz für Seniorenwohnungen und weitere Praxen – etwa für Physiotherapie – in Privathand. Foto: Grugel

Malsfeld. Das geplante Ärztehaus auf dem Rittergut Malsfeld soll auch Räume für eine Filiale der VR-Bank sowie bei Bedarf eine Lüftungsanlage bieten. Die dafür notwendigen 230.000 Euro stellte das Parlament am Donnerstagabend im Haushalt bereit.

Das Ärztehaus wird damit rund 1 Mio. Euro kosten. Kredit und Tilgung sollen laut Beschluss über die Mieteinnahmen finanziert werden. Untergebracht werden sollen neben den Geschäftsräumen der Bank Praxen für Zahn- und Allgemeinmedizin.

Zur Entscheidung hatte die Verwaltung eine Gebäudeversion für rund 1,6 Mio. Euro vorgelegt. Darin sollten noch Räume für Physiotherapie untergebracht werden. Die am Ende von der SPD-Fraktion vorgeschlagene und beschlossene abgespeckte Lösung stieß im Parlament nicht prinzipiell auf Ablehnung. Gleichwohl wehrten sich GL, CDU und FDP massiv gegen das von der Mehrheitsfraktion gewählte Vorgehen in der Sache. Ein Antrag der GL auf Vertagung der Entscheidung scheiterte am Votum der SPD-Fraktion.

„Mir geht das zu schnell mit dem Geld“, sagte Clarissa Beisecker (GL). Es sei nicht durchsichtig, was zu den 200 000 Euro womöglich noch an Kosten auf die Gemeinde zukomme. Dazu müsse man sich das Konzept anschauen. Ralf-Urs Giesen (FDP) fragte: „230 000 Euro, wo kommen die her? Sind das Schätzungen? Gibt es Baupläne?“

Fraktionschef Klaus Rehs (CDU) nannte es mit Blick auf die SPD unfair, eine Tischvorlage vorzulegen, die jemand zwei Minuten vor der Sitzung gepinselt habe. Rehs: „Man darf sich durch Zusatzanträge nicht vergewaltigt fühlen.“

Grundversorgung

Die SPD warb für das Vorhaben. Das Rittergut sei zentraler Standort für ein Dienstleistungszentrum, erklärte Marion Karmann (SPD). Dies sei umso bedeutender, als dass in Malsfeld die Einwohnerzahl seit einer Dekade stabil sei. Fraktionschef Heinz Schneider erklärte, bei den 200 000 Euro handele es sich um projektierte Kosten. Ein weiterer Ausbau seitens der Gemeinde sei zurzeit nicht vorgesehen. Mit dem Ärztehaus wolle man auch mit Blick auf den Landärztemangel die Grundversorgung sicherstellen und langfristig erhalten. (lgr)

Quelle: HNA

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