Verbraucherzentrale und Polizei warnen vor Telefon-Abzocke

Abzocke am Telefon: Unseriöse Anbieter versuchen mit Tricks an das Geld der Anrufer zu kommen. Ihre neue Methode ist es, Abbuchungen per Telefonrechnung zu machen. Foto: dpa

Schwalm-Eder. Unseriöse Anbieter versuchen immer häufiger, Menschen aus dem Schwalm-Eder-Kreis das Geld aus der Tasche zu ziehen. Um an das Geld ihrer Opfer zu kommen, lassen sich die Betrüger immer wieder neue Tricks einfallen.

Häufig versuchen sie es mit Werbeanrufen, Gewinnspiel-Abonnements und Abbuchungen vom Konto oder der Telefonrechnung. „Die Fälle im Schwalm-Eder-Kreis nehmen stetig zu“, sagt Polizeisprecher Reinhard Giesa.

Betrüger nützen oft die Unwissenheit der Angerufenen aus. Beispielsweise versprechen die Anbieter den Angerufenen einen hohen Gewinn oder ein teures Auto - man müsse vorab nur etwas bezahlen. „Bis zu vierstellige Beträge werden verlangt“, berichtet Giesa. Diese Beträge sollen unter Umständen auch mehrmals bezahlt werden. „Die Betroffenen zahlen meistens ohne Rückfrage, denn sie hoffen ja am Ende mehr zurück zu bekommen“, sagt Giesa.

Auch der Verbraucherzentrale in Borken sind solche Fälle bekannt. „Die Beschwerden nehmen immer mehr zu“, sagt Beate Just. Sie schildert einen anderen Betrugsfall: Per Telefonanruf bieten die Betrüger den Angerufenen an, bei einmaliger monatlicher Zahlung gleichzeitig an mehreren Lotterien und Gewinnspielen teilnehmen zu können und versprechen hohe Gewinne. „30 bis 50 Euro zahlen Kunden monatlich dafür“, sagt sie. Viele würden bereitwillig zahlen und hoffen auf das große Geld. Doch Gewinnauschüttungen wird es nie geben.

„Das Problem ist auch, dass viele sich nicht dagegen wehren“, moniert Polizeisprecher Giesa. Wenn nur ein Bruchteil der Angerufenen nicht widerspricht, lohne sich das Geschäft für die Betrüger schon. Die unseriösen Anbieter arbeiten oft auf dem Ausland. „So ist es auch viel schwieriger, sie strafrechtlich zu verfolgen“, sagt Giesa.

Giesa warnt deshalb vor Bargeldüberweisungen: „Das Geld wird im Ausland abgehoben und ist weg.“ Generell gelte, genau zu prüfen, wem man wie viel Geld überweist. Betroffen sind oft ältere Menschen. Beate Just vermutet, dass die Betrüger davon ausgehen, dass ältere Menschen weniger aufmerksam sind.

Generell würden Menschen oft leichtfertig Auskunft über Adresse, Einkaufsgewohnheiten und Geburtstag geben. Diese Daten werden unerlaubt weiterverwendet. „Man muss genau prüfen, wem man welche Daten für was gibt“, rät sie. „Am besten gibt man so wenig wie möglich von sich selbst preis.“

Beate Just rät, immer nachzufragen, warum gewisse Auskünfte verlangt werden und stets vorsichtig zu sein. Wenn man doch in die Fänge von Betrügern gerät, solle man sich schnell Hilfe holen. „Wenden Sie sich frühzeitig an die Polizei oder an die Verbraucherzentrale, holen Sie sich Rat und schämen sie sich nicht“, sagt Polizeisprecher Giesa.

Zusammen mit der Verbraucherzentrale informiert die hessische Polizei am heutigen Weltverbrauchertag, 15. März, über die Tricks der unseriösen Anbieter. Im Mittelpunkt stehen die Gewinnspielwerbung sowie die Methode der Anbieter, Kosten für untergeschobene Verträge über die Telefonrechnung einzuziehen.

Der Weltverbrauchertag steht unter dem Motto „our money, our rights“, zu Deutsch: unser Geld, unsere Rechte.

Von 12 bis 18 Uhr gibt es kostenlose Beratungen und Informationen von Verbraucherzentrale und Polizei in der Verbraucherzentrale Borken, Bahnhofstraße 36b.

Der Weltverbrauchertag geht auf ein Bestreben von John F. Kennedy zurück. Am 15. März 1962 forderte er vor dem amerikanischen Kongress erstmals grundlegende Verbraucherrechte wie sichere und gesunde Produkte, umfassende Information, die freie Wahl von Produkten und Dienstleistungen und die Anhörung und Mitsprache der Verbraucher.

Seit dem 15. März 1983 wird der internationale Aktionstag offiziell gefeiert. (bas)

Quelle: HNA

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