Nur ein Drittel der bedürftigen Familien hat Anträge gestellt

Zu wenig Eltern nutzen Bildungspaket

Wolfhager Land. Rund 2,5 Millionen Kinder aus bedürftigen Familien haben in Deutschland Anspruch auf Hilfen aus dem Bildungspaket. Aber nur ein Viertel nutzt es. Im Landkreis Kassel sieht es etwas besser aus. Knapp ein Drittel der Anspruchsberechtigten hat inzwischen einen Antrag für ihr Kind gestellt. Insgesamt 1577 Kinder aus Hartz-IV-Familien könnten Leistungen aus dem Bildungspaket beantragen, das Anfang des Jahres vom Bund verabschiedet wurde.

Doch liegen nach Auskunft von Landkreis-Pressesprecher Harald Kühlborn für nur 513 Kinder Anträge auf Leistungen vor. Für diese Kinder wurden 674 Einzelleistungen aus dem Bildungspaket beantragt. Ein Großteil davon sei inzwischen bewilligt, 134 Einzelleistungen sind noch in Bearbeitung, 27 wurden abgelehnt.

Die Zuschüsse aus dem Bildungspaket können unter anderem für Vereinsbeiträge, Schulausflüge, Mittagessen und Nachhilfeunterricht eingesetzt werden. Auch Menschen mit geringem Einkommen können Leistungen aus dem Bildungspaket erhalten. Im Landkreis Kassel wurden Anträge für 445 Kinder mit 821 Einzelleistungen gestellt. Davon sind 160 Leistungen bereits bewilligt. Automatisch und ohne Antrag wurde an die Kinder aus Hartz-IV-Familien und einen Teil der Kinder von Geringverdienern bereits ein Zuschuss von 70 Euro für die Beschaffung der Schulausstattung überwiesen.

Der Grund, warum nur so wenige Familien die ihnen zustehenden Leistungen beantragen, sei möglicherweise die Angst vor Stigmatisierung, so Harald Kühlborn. Vereine und Schulen werden nämlich informiert, wer Leistungen aus dem Bildungspaket erhält. Bürokratische Hemmnisse oder ein Informationsdefizit schließt Kühlborn aus. „Wir haben die Antragstellung erleichtert.“ Außerdem würden die Anspruchsberechtigten vom Kreis und auch im Jobcenter auf das Bildungspaket hingewiesen. ZUM TAGE

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare